Stärkeres Mitspracherecht für die Pflege
 - Pflegekräfte

Stärkeres Mitspracherecht für die Pflege

Eine neue Verordnung verankert das Mitwirken der Pflegeberufe bei Entscheidungen auf Bundesebene – mit klaren Zuständigkeiten.

Die Pflegeberufebeteiligungsverordnung gilt seit Mitte Februar 2026 und beschreibt genau, wie die Profession Pflege bei Aufgaben nach dem Fünften und Elften Buch Sozialgesetzbuch mitarbeiten darf. Sie weist dem Deutschen Pflegerat (DPR) die führende Rolle als Sprachrohr der Pflegeberufe auf Bundesebene zu und definiert dafür klare Abläufe, Zuständigkeiten und Beteiligungsrechte. 

Damit gibt es erstmals eine feste Adresse, über die Pflegefachkräfte ihre Expertise in Veränderungsprozesse einbringen können. 

Enge Abstimmung der Organisationen erforderlich 

Aus Sicht des Deutschen Pflegerats markiert die Verordnung einen wichtigen Schritt hin zu mehr Professionalisierung. Vertreterinnen und Vertreter des Verbandes betonen, dass Pflege dort systematisch mitentscheiden soll, wo politische und fachliche Regelungen die Versorgung und den Berufsalltag betreffen. Dafür brauche es dauerhafte, verlässliche Strukturen, die über freiwilliges Engagement hinausgehen und die fachliche Kompetenz der Pflege langfristig sichern. 

Die Verordnung setzt zugleich ein Signal für mehr Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen, die beruflich Pflegende vertreten. Angesichts großer Herausforderungen in der Versorgung sollen die Akteure ihre Kräfte bündeln, sich enger abstimmen und gemeinsam handeln.

Der Deutsche Pflegerat hebt hervor, dass der Bundesgesetzgeber sowie beteiligte Ministerien und Länder mit ihrer Zustimmung den Weg für eine verbindliche, strukturierte Beteiligung der Pflegeberufe geebnet haben. 

Keine ungeteilte Begeisterung 

Im Vorfeld hatte es einige Diskussionen über die Verordnung gegeben. Vor allem der Deutsche Verband der Leitungskräfte von Alten- und Behinderteneinrichtungen (DVLAB) sprach sich gegen den Entwurf aus und hatte sich beschwert, dass die Teilhabe nur über eine einzige Organisation stattfinden solle. Mitglieder des DVLAB bezweifeln, dass der DPR ihre Interessen angemessen vertreten wird. 

Stärkeres Mitspracherecht für die Pflege
Der Draco-Wundkonkgress am 21. März in Hannover
Die Autorin Michelle Eisenberg
Michelle Eisenberg, examinierte Pflegekraft

Michelle Eisenberg ist examinierte Pflegekraft mit der Zusatzqualifikation Praxisanleitung in der Pflege.
Sie hat sowohl in der ambulanten als auch stationären Pflege Erfahrung gesammelt.
Seit einiger Zeit arbeitet Frau Eisenberg im Kundenservice von Dr. Ausbüttel im Bereich Beratung.