Rechtzeitig nachrüsten: Platz im Bad erleichtert die Pflege
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Rechtzeitig nachrüsten: Platz im Bad erleichtert die Pflege

Die Aktion „Barrierefreies Bad“ hat auch für Pflegekräfte eine große Bedeutung. Sie können das Thema forcieren und damit ihre eigenen Arbeitsbedingungen verbessern.

Für die Aktion Barrierefreies Bad hat der Pflegeexperte Thomas Meißner in einem Interview auch auf die Rolle der ambulanten Pflege verwiesen. Anlass war eine aktuelle Forsa-Studie zu deutschen Badezimmern, die zeigt: Millionen Bäder sind renovierungsbedürftig – und dabei sei es wichtig, in die Zukunft zu denken. Für Pflegekräfte in ambulanten Settings gilt: Weisen Sie Pflegebedürftige und Angehörige rechtzeitig auf eventuell notwendige Umbauten und Fördermöglichkeiten hin. Denn ein barrierefreies Bad erleichtert auch Ihnen die Pflege. 

Möglichst früh nachrüsten 

Meißner betont, dass Bäder nicht für bestimmte Gruppen entstehen sollten, sondern für Menschen in allen Lebensphasen. Eine Familie mit kleinen Kindern, jemand nach einer Operation oder eine Seniorin mit Pflegebedarf – alle brauchen ein Bad, das für unterschiedliche Situationen geeignet ist. Entscheidend sei Flexibilität: klare Zugänge, ausreichend Bewegungsfläche und eine Ausstattung mit Hilfsmöglichkeiten wie Haltegriffen, die sich später erweitern lässt. 

Er fordert praktische Standards, die heute selbstverständlich sein sollten: Türen mit mindestens 90 Zentimetern Breite, rutschhemmende Fliesen, eine gute Beleuchtung und die Möglichkeit, das Bad vernünftig und effizient zu heizen. Denn das sei in Altbauten keineswegs selbstverständlich. 

Bei Umbauten rät Meißner dazu, an Verstärkungen für Haltegriffe oder Vorrichtungen für Lifter zu denken. Ebenso wichtig seien pflegeleichte Oberflächen, hygienische Materialien und technische Anschlüsse für Notrufsysteme oder Sensoren. 

Ein großzügig gestaltetes Bad erleichtert die Betreuung der Pflegebedürftigen und schützt auch die Gesundheit der Pflegekräfte, weil sie nicht in ungünstigen Körperhaltungen agieren müssen. 

Sinnvolle Investition 

Fakt ist allerdings: Die Zuschüsse der Pflegekassen decken die tatsächlichen Umbaukosten oft nicht ab. Wer früh spart und vorausschauend plant, kann später deutlich selbstbestimmter zu Hause leben. Auch jüngere Menschen sollten daher bei anstehenden Sanierungen den künftigen Bedarf mitdenken. Das Gleiche gilt für Vermieter und Vermieterinnen. Da die deutsche Bevölkerung im Durchschnitt immer älter wird, steigt die Nachfrage an barrierefreiem Wohnraum. Entsprechende Investitionen zahlen sich also aus. 

Tipps für Pflegekräfte: 

  • Prüfen Sie bei Hausbesuchen die Zugänglichkeit des Bades.
  • Empfehlen Sie feste Haltegriffe, sichere Böden und gutes Licht, unabhängig davon, wie mobil die Pflegebedürftigen aktuell noch sind.
  • Sprechen Sie früh mit Angehörigen über Umbau- und Fördermöglichkeiten.
  • Weisen Sie daraufhin, wie wichtig es ist, bei Renovierungen auch die Reinigungsmöglichkeiten im Blick zu behalten.
  • Achten Sie bei der Pflege auf eine angenehme Raumtemperatur. 
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Die Autorin Michelle Eisenberg
Michelle Eisenberg, examinierte Pflegekraft

Michelle Eisenberg ist examinierte Pflegekraft mit der Zusatzqualifikation Praxisanleitung in der Pflege.
Sie hat sowohl in der ambulanten als auch stationären Pflege Erfahrung gesammelt.
Seit einiger Zeit arbeitet Frau Eisenberg im Kundenservice von Dr. Ausbüttel im Bereich Beratung.