Pharmazeutische Dienstleistungen: Chance für mehr Umsatz
Immer mehr Patientinnen und Patienten nutzen pharmazeutische Dienstleistungen in öffentlichen Apotheken – das lässt sich ausbauen.
Pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) gewinnen im Apothekenalltag deutlich an Bedeutung. Immer mehr Betriebe bauen ihr Angebot aus: Im dritten Quartal 2025 bot bereits mehr als jede zweite Apotheke pDL an; innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der teilnehmenden Apotheken und der durchgeführten Dienstleistungen spürbar – das hat die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) festgestellt. Diese Entwicklung zeigt: Strukturierte pharmazeutische Zusatzleistungen werden immer mehr zu einem wichtigen Standbein für den Umsatz.
Materialien der ABDA
Die ABDA unterstützt die Teams mit neuen Materialien, damit pDL im Tagesgeschäft besser beworben werden können. Schulungsvideos vertiefen Fachwissen, Podcasts greifen typische Fragestellungen aus der Praxis auf, Workshops auf Kongressen ermöglichen den Austausch und bieten die Gelegenheit für praktische Übungen. Ergänzend helfen Flyer, Poster und weitere Werbemittel dabei, geeignete Patientinnen und Patienten anzusprechen und Hemmschwellen abzubauen.
Um diese Dienstleistungen geht es
Aktuell gibt es fünf definierte pharmazeutische Dienstleistungen: zur strukturierten Medikationsberatung bei Polymedikation, zur standardisierten Blutdruck-Risikoerfassung oder zur intensiven Einweisung in die Inhalationstechnik. Hinzu kommen spezialisierte Angebote für Menschen unter oraler Antitumortherapie sowie für Organtransplantierte. Weitere Dienstleistungen mit Fokus auf Therapietreue und Versorgungsqualität sind in Planung. Derzeit ist noch unklar, welche das sein werden und wann damit zu rechnen ist, dass sie gesetzlich verankert werden. Gleichzeitig fordern die Berufsvertretungen eine bessere Vergütung, damit Apotheken genug Personal und Zeit für diese Aufgaben freihalten können.
Dienstleistungen aktiv bewerben
Als PTA und PKA können Sie viel bewirken: Sprechen Sie gezielt Patientinnen und Patienten mit vielen Dauermedikamenten, mit Asthma oder COPD, mit onkologischer Therapie oder nach Transplantation an und weisen Sie aktiv auf passende pDL hin. Nutzen Sie Beratungen zu Blutdruck, Inhalatoren oder AMTS als Einstieg, um einen Termin für eine Dienstleistung zu vereinbaren. Platzieren Sie Infomaterial gut sichtbar, markieren Sie potenzielle pDL-Kandidaten in der Kundendatei im Warenwirtschaftssystem und halten Sie einfache Gesprächsleitfäden am bereit.