KI soll Wundversorung bei Diabetes verbessern
Eine neue KI-Lösung für den diabetischen Fuß erhält 2026 den Preis „Ideas for Impact“. Sie erleichtert die Wundversorgung für Pflegende und MFA.
Ein Projektteam der Hochschule Niederrhein hat ein System entwickelt, das Sensorik, App und KI-Analyse verbindet: Eine sensorbasierte Einlegesohle erfasst bei jedem Schritt Druckbelastungen am Fuß, die das diabetische Fußsyndrom verschlechtern können. Die App übermittelt diese Daten direkt an Patientinnen und Patienten, die ihre Belastung im Alltag anpassen können – sie erhalten die Hinweise in Echtzeit auf eine Smartwatch.
Gleichzeitig greifen Pflegekräfte, MFA und Ärztinnen beziehungsweise Ärzte über eine Webanwendung auf die Werte zu. Dadurch können sie Betroffene besser beraten, beziehungsweise die Wundversorgung anpassen.
Wunden besser im Blick
Für den Pflegealltag hat das Team außerdem ein mobiles KI-Tool zur Vermessung und Dokumentation von Wunden bereitgestellt. Entsprechend qualifizierte Pflegekräfte oder MFA erfassen die Wunde per Foto, das System berechnet Größe, Verlauf und weitere relevante Parameter und legt die Daten strukturiert in der Dokumentation ab. So sparen Teams Zeit bei der schriftlichen Nacharbeit und erkennen eventuelle Verschlechterungen der Wunde früher.
Die Jury des Bosch Health Campus würdigt diese Verbindung aus klinischem Nutzen und Entlastung für beruflich Pflegende mit dem Gesundheitspreis „Ideas for Impact“ 2026. Das Preisgeld von 100.000 Euro plus 80.000 Euro für Transferaktivitäten soll helfen, die Lösung aus der Forschung in die Versorgung zu bringen.
Aktuell läuft der Übergang von der Projektphase in den praktischen Einsatz, unter anderem über weitere Studien, Kooperationskliniken und Partner in der ambulanten Versorgung. Für Pflegekräfte und MFA bedeutet das: Sie können das Tool voraussichtlich bald nutzen. Bereits jetzt steht Ihnen eine weitere digitale Lösung zur Verfügung: die WundDoku-App von Draco.