Glukosesensoren: Infos für Pflegekräfte
Glukosesensoren liefern nicht immer gleiche Werte. Analysen zeigen, worauf Pflegekräfte achten sollten.
Viele Menschen mit Diabetes tragen einen Sensor, der ihren Glukoseverlauf misst. Das Gerät warnt vor Unter- und Überzuckerungen und steuert bei manchen Patientinnen und Patienten die Insulinpumpe. Doch wie zuverlässig messen diese Systeme, und was sollten Pflegekräfte wissen, damit sie Betroffene unterstützen können?
Hintergrundinformationen: Systeme messen unterschiedlich
Ein deutsches Forschungsteam ließ Erwachsene mit Typ-1-Diabetes drei Systeme gleichzeitig tragen. Die Geräte lieferten bei derselben Person teils verschiedene Zucker-Werte. Je nach System galt ein Therapieziel also als erreicht oder verfehlt. Die Fachleute führten das auf die Messtechnik und die Software-Programme zurück, die für die Berechnung der Insulin-Dosierungen zuständig waren – nicht auf das Verhalten der Patientinnen und Patienten. Deutsche Fachgesellschaften fordern deshalb technische Mindeststandards für Europa. Denn bisher hat die EU nicht festgelegt, wie die Hersteller die Genauigkeit ihrer Sensoren belegen müssen.
Grundsätzlich ist es daher empfehlenswert, den Blutzucker regelmäßig zusätzlich mit herkömmlichen Messgeräten zu überprüfen.
Tipps für Pflegekräfte
Forschende am Kyoto Medical Center haben untersucht, wie es Pflegefachkräften am besten gelingen kann, Menschen mit Diabetes im Umgang mit Glukosemessgeräten zu unterstützen. Im Ergebnis empfehlen sie praktische Trainings: Am besten funktionierten Schulungen, bei denen die Pflegefachpersonen online mit einem Leitfaden übten, Fälle durchspielten und Sorgen und Wünsche der Betroffenen abfragten. Diese Pflegekräfte gewannen mehr Selbstvertrauen im Umgang mit der Technik.
Wichtig ist daher, dass Sie sich selbst mit den Systemen vertraut machen, die Ihre Patientinnen und Patienten verwenden. Bei einem Gerätewechsel sollten Sie zusätzlich dabei unterstützen, die alten und die neuen Werte zu vergleichen, eventuell führen Sie dafür vorübergehend häufiger konventionelle Blutzuckermessungen durch. Das gilt besonders bei älteren Menschen, die in vielen Fällen eine herabgesetzte Körperwahrnehmung haben und sich daher umso stärker auf die Technik verlassen.