Geplante Einschnitte im Gesundheitswesen: Folgen für die Pflege
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Geplante Einschnitte im Gesundheitswesen: Folgen für die Pflege

Das Bundesgesundheitsministerium will zig Milliarden sparen. Unter anderem gerät das Pflegebudget ins Visier. Was würde das für die Personalplanung höchstwahrscheinlich bedeuten?

Das Pflegebudget finanziert derzeit die Personalkosten der Pflegekräfte auf bettenführenden Stationen getrennt von den Fallpauschalen (DRGs). Krankenhäuser und Kassen verhandeln dafür jedes Jahr, wie viel Geld fürs Pflege-Team zur Verfügung steht. Grundlage bilden die tatsächlichen Pflegepersonalkosten des Vorjahres, angepasst um geplante Veränderungen, zum Beispiel neue Stellen. Ein krankenhausindividueller Pflegeentgeltwert verteilt dieses Budget dann auf die behandelten Fälle. 

Dieses System bietet einen klaren Anreiz, Pflegekräfte zu halten und zusätzliche Stellen zu schaffen, weil sich diese Kosten vollständig refinanzieren lassen. Für Sie als Pflegekraft bedeutet das Pflegebudget: Ihre Stelle hängt weniger vom ökonomischen Druck der DRGs ab, sondern von der realen pflegerischen Versorgungsnotwendigkeit. 

Abschaffung des Pflegebudgets: Pläne und Ziele 

Eine von Gesundheitsministerium eingesetzte Expertenkommission empfiehlt, das Pflegebudget ab 2027 abzuschaffen und die Pflegepersonalkosten wieder komplett in das DRG-System einzugliedern. Die Kommission will damit den Anstieg der Pflegepersonalkosten bremsen. Allein im Jahr 2027 sollen so 620 Millionen Euro eingespart werden. Parallel plant das Ministerium Ministerin ein umfassendes Sparpaket im Gesundheitswesen, für das aktuell insgesamt 66 Vorschläge vorliegen. 

Werden die geplanten Reformen umgesetzt, würde die Pflege in die Logik der Fallpauschalen zurückkehren. Krankenhausleitungen müssen Pflege-Stellen dann wieder aus den DRG-Erlösen querfinanzieren. 

Anders gesagt: Der ökonomische Druck auf jede Pflegestelle würde steigen. Für jeden Dienst stünde die Frage im Raum, ob er sich „rechnet“. Viele Fachleute aus der Pflegepraxis befürchten, dass es zu Stellenstreichungen, Stationszusammenlegungen und einer Verdichtung der Arbeit kommen könnte. 

Zusätzliche Aufgaben für die Pflege 

Gleichzeitig soll die Zusatzvergütung für pflegeentlastende Maßnahmen entfallen, mit der Kliniken zum Beispiel Servicekräfte oder digitale Entlastungsangebote finanzieren. Damit kämen mehr nicht pflegerische Aufgaben und weniger Unterstützung im Hintergrund auf die Pflege zu. Die Attraktivität des Berufs könnte also sinken. 

Viele Pflegekräfte fühlen sich jetzt schon stark belastet.

Geplante Einschnitte im Gesundheitswesen: Folgen für die Pflege
Die Autorin Michelle Eisenberg
Michelle Eisenberg, examinierte Pflegekraft

Michelle Eisenberg ist examinierte Pflegekraft mit der Zusatzqualifikation Praxisanleitung in der Pflege.
Sie hat sowohl in der ambulanten als auch stationären Pflege Erfahrung gesammelt.
Seit einiger Zeit arbeitet Frau Eisenberg im Kundenservice von Dr. Ausbüttel im Bereich Beratung.