FSME-Impfung und Zeckenschutz jetzt thematisieren

FSME-Impfung und Zeckenschutz jetzt thematisieren

Milde Tage machen Zecken aktiv. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um Patientinnen und Patienten sowie die Kundschaft auf FSME-Impfung und Zeckenschutz anzusprechen.

Die klassische „Zeckensaison“ verschiebt sich seit einigen Jahren: Zecken werden bereits ab etwa fünf Grad aktiv und bleiben durch milde Winter vielerorts fast ganzjährig unterwegs. In den vergangenen Monaten war es zwischenzeitlich zwar sehr kalt, aber dennoch hat die Verbreitung der Zecken grundsätzlich zugenommen. 

Die FSME-Erkrankungen steigen kontinuierlich – das Robert Koch-Institut hat für das vergangene Jahr 693 Fälle erfasst. Das ist einer der höchsten Werte seit Beginn der Datenerfassung. Gleichzeitig wächst die Zahl der ausgewiesenen FSME-Risikogebiete. Inzwischen sind 183 Kreise betroffen. Besonders viele Fälle treten weiterhin in Bayern und Baden-Württemberg auf, aber auch Bundesländer wie Sachsen, Thüringen, Hessen, Brandenburg und Niedersachsen melden neue Höchststände. Einzelne Erkrankungen kommen zudem in Landkreisen vor, die formal nicht als Risikogebiete gelten. 

Empfehlungen der STIKO 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI empfiehlt die FSME-Impfung allen Menschen, die in ausgewiesenen Risikogebieten leben oder sich dort häufig im Freien aufhalten. Besonders wichtig ist der Impfschutz für Personen, die beruflich oder in der Freizeit engen Kontakt zu Wald, Wiese oder Unterholz haben. Das betrifft unter anderem Menschen, die in Bereichen wir Forst oder Landwirtschaft arbeiten, sowie Touristen, die beispielsweise gern campen oder abseits von Wegen wandern. 

Tipps für MFA 

Für MFA in Arztpraxen bietet der Start in die warme Jahreszeit eine gute Gelegenheit, über Plakate und Flyer auf die Impfung zu verweisen. Im Idealfall wird der FSME-Schutz mit weiteren Impfungen kombiniert. Bitten Sie Patienten und Patientinnen ihren Impfpass mitzubringen, damit die ärztliche Leitung den Bedarf checken kann – viele Erwachsene sind über notwendige Auffrischungen nicht ausreichend informiert oder denken im Alltag nicht daran, einen Termin zu vereinbaren. Auch bei geplanten Fernreisen sollte der Impfstatus überprüft werden. 

Tipps für Pflegekräfte 

Pflegekräfte begegnen vielen Menschen mit chronischen Erkrankungen oder höherem Alter, die eine FSME-Infektion schlechter wegstecken. Wenn Sie in einem Risikogebiet leben, sollten Sie Senioren und Seniorinnen daher unbedingt auf das Thema Zecken hinweisen. Das gilt vor allem im ambulanten Bereich. Denn schon bei leichter Gartenarbeit ist das Risiko für Zeckenstiche gegeben. 

Tipps für PTA und PKA in der Apotheke 

Als PTA oder PKA in der Apotheke kombinieren Sie eine Beratung zu Zeckenschutzmitteln mit Hinweisen zur Impfung: Wenn Personen ein Zeckenspray oder eine Zeckenkarte kaufen, erkundigen Sie sich nach dem FSME-Impfschutz. Sie platzieren Infomaterial gut sichtbar, erläutern die Unterschiede zwischen Borreliose (Antibiotika-Therapie) und FSME (nur Impfprävention) und betonen die hohe Schutzwirkung der Impfung. Achten Sie besonders auf Familien, die mit Kindern in Endemiegebieten Urlaub machen, und auf aktive Seniorinnen und Senioren, die viel im Freien unterwegs sind.

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Wunde+ AufzeichnungZeckenbiss: Ein kleiner Biss mit großen Folgen
Die Autorin Steffi, MFA/Wundexpertin (ICW)
Steffi Blog

Nach der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer dermatologischen Praxis für 5 Jahre im Praxisalltag als MFA, seit 2014 bei Dr. Ausbüttel (DRACO®). Wundexpertin (ICW) und bloggende MFA mit Leidenschaft.

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