Ambulante Pflege: Wer plant den Dienst, und wer springt ein?
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Ambulante Pflege: Wer plant den Dienst, und wer springt ein?

Wie arbeiten ambulante Pflegedienste? Das IGES Institut hat über 1.000 Leitungskräfte befragt.

Wie organisieren ambulante Pflegedienste ihre Arbeit? Das IGES Institut hat diese Frage im Auftrag des GKV-Spitzenverbands untersucht. Von Dezember 2024 bis Juli 2025 werteten die Forschenden Studien aus, befragten 1.050 Leitungskräfte online und führten zusätzliche Interviews. Sie befragten die Pflegekräfte jedoch nicht selbst. Die Ergebnisse bilden also die Sichtweise der Führungskräfte ab.

Arbeitszeitmodelle und Mitbestimmung

Fast alle ambulanten Dienste (95 Prozent) bieten Teilzeit an. In knapp 60 Prozent der Unternehmen können Beschäftigte ihre Wünsche einbringen, was Stundenzahl und Arbeitszeiten betrifft. Jeder zweite Arbeitgeber plant auch geteilte Dienste ein: Pflegekräfte arbeiten dann morgens und abends und haben dazwischen Pause.

Mitplanen dürfen Pflegekräfte selten. In 70 Prozent der befragten Anbieter legt eine Leitungsperson die Touren fest. Nur bei 18,5 Prozent der ambulanten Dienste planen Beschäftigte ihre Fahrten selbst und stimmen sich dafür im Team ab. Bei jedem zweiten Arbeitgeber können Pflegekräfte zudem ihren Dienstplan ausschließlich per Aushang einsehen, nicht am Smartphone oder PC.

Belastung und Back-ups

Fällt jemand aus, springen meist Kolleginnen und Kollegen, die eigentlich frei gehabt hätten. Oder Beschäftigte, die im Dienst sind, übernimmt zusätzliche Einsätze. Entsprechend hoch ist die Belastung für die Mitarbeitenden. Die Alternativen werden verhältnismäßig selten genutzt: Auf Springerpools greifen nur 8,5 Prozent der ambulanten Pflegeanbieter zurück, 15 Prozent planen Back-up-Schichten. Nur jedes dritte Unternehmen hilft Arbeitskräften aktiv dabei, Beruf und Familie zu vereinbaren.

Zudem haben 40 Prozent der Anbieter das Strukturmodell für die Pflegedokumentation noch nicht eingeführt. Bei dem Strukturmodell handelt es sich um ein Konzept, mit dem Pflegeeinrichtungen weniger dokumentieren müssen. Es gilt für die ambulante, teilstationäre und stationäre Langzeitpflege. Es dreht die frühere Praxis um: Pflegekräfte schreiben nicht mehr jede Routinetätigkeit auf, sondern notieren vor allem Abweichungen und Auffälligkeiten. Die Zeitersparnis soll bei der Dokumentation bis zu 70 Prozent betragen.

Tipps für Pflegekräfte

Die Studien, die das Team ausgewertet hat, zeigen auch: Wenn Pflegekräfte mitentscheiden und ihre Arbeitszeit mitgestalten dürfen, sind sie im Job zufriedener. Beim Thema digitale Unterstützung ist die Lage komplizierter. Sie kann zur Entlastung beitragen. Das gilt aber nur, wenn Beschäftigte gut geschult werden. Andernfalls ist Frust vorprogrammiert.

Nutzen Sie diese Informationen für Gespräche mit Ihrem Arbeitgeber. Stimmen Sie sich dafür zunächst im Team ab und stellen konkrete Vorschläge zusammen, die Ihre Arbeitssituation verbessern können. Im Fokus sollten dabei leicht veränderbare Punkte stehen, etwa der Einfluss auf Dienstpläne und Arbeitszeiten. Wenn Sie die Möglichkeit erhalten, zusätzliche Technik zu nutzen, ist es wichtig, dass Sie um Schulungen bitten.

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Die Autorin Michelle Eisenberg

Michelle Eisenberg ist examinierte Pflegekraft mit der Zusatzqualifikation Praxisanleitung in der Pflege. Dank ihrer umfangreichen Erfahrung in der Pflege hat sie ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen und Anforderungen in der Patientenversorgung. Sie hat selbst Wunden versorgt und kennt die Praxis aus erster Hand – ein Aspekt, der ihre Beratung besonders praxisnah macht. Seit 2021 ist sie ein Teil des Kundenservice von Dr. Ausbüttel. Ihr Ziel ist es, mit praxisnaher Beratung und ihrer Expertise in der Wundversorgung bestmöglich zu unterstützen.