Vier Tage Arbeit – weniger Krankmeldungen in der Pflege
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Vier Tage Arbeit – weniger Krankmeldungen in der Pflege

Die Münchenstift führt flächendeckend die Option zu veränderten Arbeitszeiten bei gleichem Gehalt ein. Das Modell scheint sich für beide Seiten zu rechnen.

 Seit Oktober 2025 hat die Münchenstift die Vier-Tage-Woche in neun städtischen Pflegeheimen getestet, jeweils in einem Wohnbereich pro Haus. Die sechsmonatige Pilotphase war so erfolgreich, dass sie jetzt auf die gesamte Einrichtung ausgeweitet wird, inklusive Verwaltung. Die Münchenstift ist überzeugt, mit diesem Ansatz ein Konzept gefunden zu haben, das für die Zukunft der Pflege noch eine große Bedeutung haben wird, da es den Beruf attraktiver gestalte. 

Die Pflegekräfte arbeiten dabei weiter in Vollzeit, also 39 Stunden pro Woche. Statt auf fünf Tage verteilen sich die Stunden nun aber auf vier lange Dienste mit je 9,75 Stunden plus Pausen. Ganz wichtig: Die Umstellung ist freiwillig. Wer beispielsweise Kinder hat und längere Arbeitszeiten daher schwer organisieren kann, bleibt einfach bei der herkömmlichen Fünf-Tage-Woche. 

Was sich im Alltag ändert 

Die längeren Dienste bringen mehr Überschneidungen zwischen Früh- und Spätschicht mit sich. Genau das erleichtert die Übergaben und schafft Pufferzeiten, die für die Pflegedokumentation oder organisatorische Aufgaben genutzt werden können. Laut der Münchenstift habe das generell zu einer größeren Ruhe geführt. Interessanterweise fühlen sich die Pflegekräfte daher selbst nach den längeren Schichten nicht ausgelaugter, sondern beenden den Arbeitstag eher entspannter. 

Die Dienstpläne werden nach Möglichkeit so zusammengestellt, dass die Mitarbeitenden meist drei freie Tage am Stück haben, auf Wunsch sogar fünf bis sechs. Der Erholungseffekt sei entsprechend größer. Das macht sich auch beim Krankenstand bemerkbar. Die Personalabteilung hat ausgerechnet, dass die Krankmeldungen schon in der Pilotphase bei den Beteiligten im Durchschnitt um ein Fünftel zurückgegangen seien. 

 Es verwundert daher nicht, dass auch die Reaktionen der Belegschaft in der Mehrheit positiv ausfielen. Mehr als 90 Prozent befürworten das neue Modell. Dabei sei es generell möglich, jederzeit wieder auf eine Fünf-Tage-Woche zu wechseln. Die Münchenstift will auf diese Weise größtmögliche Flexibilität erreichen, damit die Beschäftigten sich ihre Arbeitszeiten gemäß ihrer jeweiligen Lebenssituation gestalten können. 

Vier Tage Arbeit – weniger Krankmeldungen in der Pflege
Selbstfürsorge und Resilienz in der Pflege
Die Autorin Michelle Eisenberg

Michelle Eisenberg ist examinierte Pflegekraft mit der Zusatzqualifikation Praxisanleitung in der Pflege. Dank ihrer umfangreichen Erfahrung in der Pflege hat sie ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen und Anforderungen in der Patientenversorgung. Sie hat selbst Wunden versorgt und kennt die Praxis aus erster Hand – ein Aspekt, der ihre Beratung besonders praxisnah macht. Seit 2021 ist sie ein Teil des Kundenservice von Dr. Ausbüttel. Ihr Ziel ist es, mit praxisnaher Beratung und ihrer Expertise in der Wundversorgung bestmöglich zu unterstützen.