So unterschiedlich leben MFA ihren Arbeitsalltag
Praxisalltag

So unterschiedlich leben MFA ihren Arbeitsalltag

„Wie machst du das mit deinen Arbeitszeiten?“, diese Frage hört man unter Medizinischen Fachangestellten (MFA) oft. Denn während einige MFA in Vollzeit direkt voll durchstarten, wünschen sich andere mehr Zeit für Familie oder Freizeit. Zwischen Sprechstunden, Dokumentation und Teamabstimmung ist Flexibilität gefragt – aber auch Struktur. Ich zeige euch in diesem und zwei weiteren Blog-Beiträgen verschiedene Arbeitszeitmodelle für MFA und die damit verbundenen Vor- und Nachteile. 

In diesem Beitrag starten wir mit den „klassischen“ Arbeitszeitmodellen im Überblick. Für wen eignet sich welches Modell? In welchen Praxen sind welche Modelle wirklich realisierbar?

Vollzeit – „all in“ gehen

In großen Praxen oder MVZ ist die Vollzeitstelle Standard. Struktur, Sicherheit und klare Abläufe sprechen dafür. „Ich bin überall dabei und weiß immer, was läuft“, sagt Sabine, MFA in einer Hausarztpraxis. Nachteil: kaum Puffer für Privates, oft längere Tage. 

Geeignet für: Ideal für Vollblut-MFA jeden Alters, frisch gebackene MFA, die in den Beruf den perfekten Einstieg haben wollen und für alle, die den Job der MFA zu 100+% auskosten wollen.

Teilzeit – der goldene Mittelweg

Teilzeit (20–30 Stunden pro Woche) ist inzwischen das häufigste Modell in Praxen. „Ich kann mein Kind mittags abholen und trotzdem Verantwortung übernehmen“, erzählt Alice, MFA in einem Hausarztteam. Der Nachteil: Der Kommunikationsaufwand steigt, wenn viele Teilzeitkräfte zusammenarbeiten. Auch können Arbeitsschichten notwendig werden, da auch die Nachmittage in den Praxen besetzt sein wollen. 

Geeignet für: Alle, die Flexibilität in ihrer Woche schätzen und den Beruf der MFA trotzdem als Berufung verstehen.

Vormittagsmodell – perfekt für Familien

Reine Vormittagsstellen gibt es meist in kleinen Hausarztpraxen mit Nachmittags-Schließzeit. Vorteil: Die Nachmittage sind frei für die Familie, Schule oder den Haushalt. Nachteil: begrenzte Stellenangebote.

Geeignet für: Familienmenschen, die nachmittags andere Verpflichtungen haben, aber dennoch ihren Job lieben. 
Tipp: Wer flexibel bei Vertretungen am Nachmittag einspringt, hat oft bessere Chancen auf Wunschzeiten.

Lange Mittagspause – verschenkte Zeit oder Erholung?

8–12 Uhr, dann drei Stunden Pause – das ist in vielen Praxen Alltag. Wer nah an der Praxis wohnt, hat Glück. Pendler hingegen oft deutlich weniger. Einige nutzen die Lücke kreativ für private Termine oder Sport.

Geeignet für: Flexible und kreative Leute, die ihre Mittagspause gut zu füllen wissen.
Praxisidee: Manche Teams kürzen doch irgendwann die Mittagspausen und verlängern dafür den Freitagvormittag, um dann pünktlich die Woche abzuschließen.

Ob Vollzeit, Teilzeit oder Vormittagsdienst – das richtige Modell hängt von der Lebensphase ab. Wenn Praxen offen über Bedürfnisse sprechen, profitieren alle: Team, Patienten, Leitung. Dennoch ist die Umsetzung nicht immer leicht und es müssen verschiedene Bedürfnisse in Einklang gebracht werden.

Welche Arbeitszeitmodelle sind bei euch im Einsatz? Wie gut schafft ihr es, private Bedürfnisse und Anforderungen der Praxiszeiten übereinzubringen? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!

Viele Grüße

Eure Steffi

PS: Schaut bald für Teil 2 in der Vorstellung verschiedener Arbeitszeitmodelle rein.

Die Autorin Steffi, MFA/Wundexpertin (ICW)
Steffi Blog

Nach der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer dermatologischen Praxis für 5 Jahre im Praxisalltag als MFA, seit 2014 bei Dr. Ausbüttel (DRACO®). Wundexpertin (ICW) und bloggende MFA mit Leidenschaft.

E-Mail schreiben