Digitale Versorgungsassistenzen unterstützen Hausarztpraxen auf dem Land
Die Techniker Krankenkasse (TK) hat im Sauerland ein digitales Assistenzmodell eingeführt. Für Sie als MFA entsteht dabei ein spannendes Berufsfeld.
In vielen ländlichen Regionen ist die Versorgung gefährdet, weil zahlreiche Hausärztinnen und Hausärzte in den Ruhestand gehen und eine Nachfolge oftmals fehlt. Das Projekt „DIHVA – Digitale Hausärztliche Versorgungsassistenz“ setzt genau hier an und verknüpft moderne Technik mit der Arbeit von medizinischen Fachkräften, um die Betreuung von Patientinnen und Patienten in der Fläche zu sichern. Die Techniker Krankenkasse und das Digitale Facharzt- und Gesundheitszentrum treiben die Initiative gemeinsam voran. Dafür hat die TK bereits Kontakt zu weiteren Krankenkassen aufgenommen. Im Idealfall soll das Angebot bundesweit ausgerollt werden und möglichst vielen Menschen zur Verfügung stehen.
Wie funktioniert die Digitale Hausärztliche Versorgungsassistenz?
Die DIHVA arbeitet als mobile Erweiterung der Hausarztpraxis an einem eigenen Standort. Möglich sind außerdem Besuche in Pflegeheimen oder Senioreneinrichtungen. Die DIHVA nutzt KI-gestützte Anwendungen, um Beschwerden strukturiert zu erfassen und verschiedene Messwerte zu dokumentieren. Im Anschluss übermittelt sie die Ergebnisse, gegebenenfalls auch Laborwerte und Bilder, an die Hausarztpraxis. Dort entscheidet die medizinische Leitung, ob ein Termin zur Videosprechstunde vereinbart wird oder ein Besuch in der weiter entfernten Praxis nötig ist.
Es geht also keineswegs darum, dass MFA künftig einen Arzt oder eine Ärztin ersetzen sollen, aber sie können nach Ansicht der Fachleute zu einer erheblichen Entlastung beitragen und etwa 50 diagnostisch relevante Parameter nach Anleitung erfassen.
Wie werden MFA zur DIHVA?
Als MFA können Sie sich für diese Zusatzqualifikation bewerben und durchlaufen dann eine viermonatige Ausbildung. Im Anschluss benötigen Sie lediglich den sogenannten Diagnose-Rucksack, der alle notwendigen Geräte enthält, sowie einen geeigneten Standort, wo die Untersuchungen stattfinden. Das müssen keine Praxisräume sein. In anderen Projekten wird beispielsweise Telemedizin in den hinteren Räumen von Apotheken getestet. Wichtig ist dabei, dass die Verantwortung für Diagnose und Behandlung ausschließlich beim Arzt oder bei der Ärztin liegt und die qualifizierten Assistenzkräfte lediglich unterstützende Aufgaben übernehmen.
19 DIHVAS sind im Sauerland schon einsatzbereit. Das Feedback der Bevölkerung auf diesen neuen Ansatz ist übrigens positiv: Bei einer Umfrage begrüßten fast 90 Prozent diese Idee.