116117: Fast jeder zweite gemeldete Termin bleibt frei
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116117: Fast jeder zweite gemeldete Termin bleibt frei

Praxen melden Millionen Termine an die Vermittlungsstelle 116117, doch Versicherte buchen nur gut die Hälfte, wie eine aktuelle Zi-Analyse zeigt.

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat für den Zeitraum Oktober 2025 bis September 2026 Daten der Terminservicestellen (TSS) aller 17 Kassenärztlichen Vereinigungen ausgewertet. Praxen stellten in dieser Zeit rund 3,58 Millionen Termine über die 116117 bereit. Versicherte buchten davon rund 2 Millionen. 44 Prozent der Termine blieben frei.

Dabei gab es deutliche Unterschiede, abhängig von den Fachbereichen: In der Neurologie wurden 91 Prozent der Termine vergeben beziehungsweise gebucht, in der Psychotherapie 84 Prozent. In der Allgemeinmedizin waren es hingegen nur 25 Prozent, in der HNO-Heilkunde 28 Prozent. Die Wartezeit zwischen Buchung und Termin betrug dabei im Schnitt knapp acht Tage.

5,7 Prozent der gebuchten Termine sagten Patientinnen und Patienten wieder ab, bei 2,1 Prozent erschienen sie ohne Absage nicht. Das Zi vermutet, dass die Zahl dieser sogenannten „No-Shows“ tatsächlich höher ist, da viele Praxen sie nur lückenhaft dokumentieren.

Aktuelle Diskussionen

Das Problem ist nicht neu, trotzdem dürfte diese Analyse die aktuellen Diskussionen verschärfen. Denn einerseits werden durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zum 1. Januar 2027 die Zuschläge und die extrabudgetäre Vergütung für Termine, die die 116117 vermittelt, gestrichen. Andererseits tritt im nächsten Jahr voraussichtlich die Notfallreform in Kraft, die der Bundestag am 15. Oktober beschlossen hat. Sie regelt auch die Terminmeldepflicht neu: Praxen müssen demnach künftig feste Kontingente melden, statt nur freie Termine durchzugeben. Der genaue Anteil wird noch festgelegt.

Tipps für MFA

  • Weisen Sie Patientinnen und Patienten auf die 116117 hin. Das gilt besonders dann, wenn Sie Terminwünsche nicht erfüllen können.

  • Hängen Sie auch ein entsprechendes Plakat im Wartezimmer auf.

  • Markieren Sie telefonische Absagen direkt im System, damit die Termine für andere Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen.

  • Tragen Sie No-Shows im 116117-Terminservice ein. Dafür klicken Sie im gebuchten Termin auf „Patient nicht erschienen“. Das ist wichtig für politische Diskussionen über eventuelle Änderungen.

  • Falls in Ihrer Praxis eine Online-Terminbuchung noch nicht möglich sein sollte, besprechen Sie das Thema im Team und mit der ärztlichen Leitung. Anbieter wie Doctolib oder kostenlose Alternativen erleichtern das Terminmanagement auch insofern, als dass sie Patientinnen und Patienten automatisch mehrfach an bevorstehende Termine erinnern.

116117: Fast jeder zweite gemeldete Termin bleibt frei
Patiententermine gut planen
Die Autorin Steffi, MFA/Wundexpertin (ICW)
Steffi Blog

Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer dermatologischen Praxis, anschließend 5 Jahre im Praxisalltag als MFA tätig. Seit 2014 bei Dr. Ausbüttel (DRACO®). Wundexpertin (ICW) und bloggende MFA mit Leidenschaft.

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