Pilotprojekt HÄPPI ist gestartet
Sieben Hausarztpraxen in Rheinland-Pfalz testen ein neuartiges Versorgungskonzept im ambulanten Sektor.
Das Pilotprojekt HÄPPI („Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung interprofessionell“) läuft in sieben ausgewählten Hausarztpraxen im ländlichen Rheinland-Pfalz. Ziel ist es, die wohnortnahe hausärztliche Versorgung durch neue Teamstrukturen und digitale Werkzeuge zu verbessern. Initiatoren sind der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Rheinland-Pfalz, die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland sowie das Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit des Landes. Das Ministerium fördert HÄPPI mit insgesamt 280.000 Euro.
Das verbirgt sich hinter HÄPPI
Im Mittelpunkt steht die Arbeit im interprofessionellen Team: Neben Hausärztinnen und Hausärzten übernehmen auch nicht-ärztliche Fachkräfte wie MFA und Physician Assistants erweiterte Aufgaben. Die Verantwortung bleibt bei der ärztlichen Leitung, während administrative und delegierbare Tätigkeiten auf mehrere Schultern verteilt werden. Digitale Anwendungen – etwa Messenger-Dienste und Videosprechstunden – unterstützen die Organisation und Kommunikation in der Praxis.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Ärzte und Ärztinnen werden von Routineaufgaben entlastet und können sich stärker auf ihre medizinische Kernkompetenz konzentrieren. Gleichzeitig eröffnen sich für nicht-ärztliche Teammitglieder neue Entwicklungsmöglichkeiten, was die Attraktivität des Berufs steigert. Die Organisatoren erwarten, dass HÄPPI Versorgungsengpässe verringert und die Zufriedenheit von Patientinnen und Patienten sowie der Praxisteams erhöht.
Die sechsmonatige Pilotphase wird wissenschaftlich begleitet, um Erfolgsfaktoren und Herausforderungen für eine mögliche breite Umsetzung zu identifizieren. Parallel testen Praxen in Bayern HÄPPI.
Quellen
Diesen neuen Weg gehen hausärztliche Praxen im Emsland.
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