Neue Rolle der Apotheken für Demenz-Diagnosen und -Prävention
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Neue Rolle der Apotheken für Demenz-Diagnosen und -Prävention

PTA oder PKA können Unterstützung im Bereich der Demenz-Vorbeugung und -Früherkennung leisten. Aktuelle Zahlen zeigen das Potenzial.

Vor-Ort-Apotheken sind regelmäßige Anlaufstellen für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Als PTA oder PKA kennen Sie die Kundschaft vermutlich gut und vielfach sogar namentlich. Genau dieser Umstand ist eine Chance. Denn die Lancet-Kommission hat ermittelt, dass Lebensumstände und gesundheitliche Probleme erheblichen Einfluss auf die Gesundheit des Gehirns haben. Anders gesagt: Mehr als 45 Prozent der Demenz-Erkrankungen ließen sich durch gezielte Prävention verhindern oder zumindest hinauszögern. 

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) hat jetzt Zahlen für Deutschland ermittelt und dafür das Deutsche Alterssurvey 2023 (etwa 5.000 Teilnehmenden ab 40 Jahren) ausgewertet. Die Forschenden kommen auf 36 Prozent der Demenzfälle, bei denen ein gesunder Lebensstil einen großen Unterschied machen würde.

Im Fokus stehen die 14 bekannten Risikofaktoren. Neben einem zu hohen Alkoholkonsum sind Personen besonders gefährdet, deren Sinne gestört sind (Beeinträchtigung der Seh- oder der Hörfähigkeit) sowie Menschen mit einem metabolischen Syndrom (gleichzeitiges Auftreten von Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und erhöhtem Cholesterin). 

Die mögliche Rolle der Apotheken beim Thema Demenz 

Der Altersdurchschnitt in Deutschland steigt. Diese demografische Entwicklung führt auch dazu, dass Sie als PTA oder PKA häufiger damit rechnen müssen, mit Demenz-Erkrankungen konfrontiert zu werden. Apothekenteams können an verschiedenen Punkten einhaken: 

  1. Demenz-Prävention: Viele ältere Menschen vermeiden Besuche in der ärztlichen Praxis und winken ab, wenn sie beispielsweise auf Probleme mit dem Gehör angesprochen werden. Hier wäre ein Hinweis auf das erhöhte Demenz-Risiko hilfreich. Apothekenteams können in dieser Hinsicht eine wichtige Schnittstelle bilden, die Betroffene aufklärt und somit zur weiteren Untersuchung motiviert. Die aktuellen Zahlen vom DZNE zeigen die hohe Bedeutung solcher Maßnahmen zur Demenz-Vorbeugung.  

  2. Demenz-Tests: Im Raum München läuft aktuell das Pilotprojekt „Dare“. Die teilnehmenden Apotheken bieten der Kundschaft einen 15-minütigen Demenztest an. Über einen Fragebogen der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) wird die aktuelle Gedächtnisleistung abgeklärt. Zusätzliche Fragen beziehen sich auf die Lebensumstände, eventuelle Erkrankungen und Ähnliches. Forschende der LMU werten die Bögen aus. Bei Bedarf erfolgen weitere Untersuchungen in einer Gedächtnisambulanz. Sollte das Konzept erfolgreich sein, wäre eine Ausweitung auf weitere Regionen denkbar. 

  3. Betreuung bei Erkrankung: In Baden-Württemberg können sich Apotheken über Online-Schulungen als Demenz-Partner qualifizieren. Ziel ist es, einerseits Sie als PTA oder PKA fit zu machen für den Umgang mit erkrankten Personen. Gleichzeitig sollen Sie in die Lage versetzt werden, frühe Anzeichen besser wahrzunehmen. Auf der anderen Seite ließen sich Apotheken damit besser als Anlaufstelle etablieren, die in das Netz der Demenz-Versorgung eingebunden sind. 

Tipps für PTA und PKA 

Setzen Sie sich im Team mit dem Thema Demenz auseinander. Als PTA oder PKA sollten Sie die Grundregeln der Kommunikation mit Menschen mit Demenz beherrschen, vor allem: 

  • in kurzen, einfachen Sätzen sprechen – langsam und deutlich 

  • keine Fremdwörter verwenden (aber auch keine Babysprache) 

  • keine offenen Fragen stellen, sondern klare Hinweise geben (etwa zum Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme) 

  • den Betroffenen Zeit lassen, um über das Gesagte nachzudenken – auch wenn andere Kundinnen und Kunden warten 

  • wichtige Informationen notieren (möglichst mit Telefonnummer, falls Angehörige später nachfragen möchten) 

Neue Rolle der Apotheken für Demenz-Diagnosen und -Prävention
Der Autor Richard Joos
Richard Joos

Richard Joos ist SEO-Experte und arbeitet seit 2022 bei DRACO®. Mit über 20 Jahren Erfahrung im Online-Marketing mit Großunternehmen, Filialketten und dem Mittelstand ist er spezialisiert auf digitale Sichtbarkeit und Suchmaschinenoptimierung (SEO). Sein Fokus liegt auf praxisnaher Beratung und der Optimierung von Websites.

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