Neu: CALOR-Liste für Hitzewirkung von Medikamenten
Ein Forschungsteam hat eine evidenzbasierte Liste veröffentlicht. Sie fast zusammen, bei welchen Wirkstoffen an heißen Tagen unter anderem die Dosierung angepasst werden muss.
Wenn es sehr heiß ist und sich jemand unwohl fühlt, vermuten die meisten Menschen, dass eine Dehydrierung vorliegt und die betroffene Person schlicht zu wenig getrunken hat. Oft stimmt das tatsächlich. Aber gerade bei Menschen mit chronischen Erkrankungen können die Ursachen für Probleme auch ganz woanders liegen: Viele Wirkstoffe in Medikamenten beeinflussen beispielsweise die Schweißproduktion, das Durstgefühl oder die Durchblutung der Haut. Dadurch steigt das Risiko für Komplikationen.
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CALOR-Liste führt kritische Wirkstoffe auf
Ein Forschungsteam hat daher die sogenannte CALOR-Liste zusammengestellt – CALOR ist das spanische Wort für Hitze. Sie ist deutlich umfangreicher als die Heidelberger Hitzetabelle, die bislang zur Verfügung stand.
In der Liste sind 27 Wirkstoffklassen vertreten, wobei der Fokus auf Arzneimitteln liegt, die besonders häufig verordnet werden, etwa Diuretika, Betablocker, die Schmerzmittel NSAR, Antidepressiva und Calciumkanalblocker.
Zielgruppe für die CALOR-Liste sind Beschäftigte im Gesundheitswesen. Sie erhalten nicht nur die nötigen Hintergrundinformationen, sondern auch praktische Handlungsempfehlungen. Diese beziehen sich einerseits auf die Arbeit des Fachpersonals, andererseits auf das optimale Verhalten der Patientinnen und Patienten bei Hitze.
Bei einem Blick auf die Liste wird schnell deutlich: Hitzeperioden sind für Beschäftigte im Gesundheitswesen mit mehr Arbeit verbunden. Gerade in der Pflege gilt es, die Gesundheit der Pflegebedürftigen engmaschiger zu kontrollieren und zum Beispiel häufiger Blutzuckerspiegel und Blutdruck zu messen. Das sollte im Idealfall bei der Personalplanung berücksichtigt werden.
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Tipps für Beschäftigte im Gesundheitswesen
Eine laienverständliche Version der CALOR-Liste folgt voraussichtlich bis zum Jahresende, steht aber dementsprechend noch nicht zur Verfügung. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Fachkräfte das Thema im Blick behalten. Am besten drucken Sie die Liste aus und besprechen im Team, welche Wirkstoffklassen im Alltag für Sie eine besonders hohe Relevanz haben.
Während Pflegefachpersonen die Medikationsliste pflegebedürftiger Menschen prüfen und Monitoring-Pläne anpassen sollten, ist es für PTA, PKA und MFA in der Arztpraxis sinnvoll, die Liste griffbereit abzulegen. Wenn Patientinnen und Patienten über Hitzebeschwerden klagen und dauerhaft Medikamente einnehmen, können Sie nachschlagen, ob ein Zusammenhang bestehen könnte und darauf hinweisen. Apotheken-Teams sollten im Sommer zudem aktiv bei der Abgabe von Arzneimitteln über mögliche Hitzerisiken aufklären.
Ermahnen Sie Betroffene aber gleichzeitig, Dosisanpassungen nicht eigenmächtig vorzunehmen. Dafür ist immer eine ärztliche Rücksprache erforderlich.
Hier finden Sie die vollständige Calor-Liste zum Download.