Herausforderungen durch Lieferengpässe effizient meistern
Apothekenteams investieren 20 Stunden pro Woche in den Umgang mit Lieferengpässen. Was Sie als PTA tun können, um schnelle Lösungen zu finden.
Lieferengpässe belasten den Arbeitsalltag: Apothekenteams verwenden durchschnittlich 20 Stunden pro Woche, um nicht verfügbare Arzneimittel zu ersetzen oder Alternativen zu organisieren. Damit liegt Deutschland deutlich über dem europäischen Schnitt von 12 Stunden pro Woche. Besonders häufig betroffen sind unter anderem Psychopharmaka, Antidepressiva, Antibiotika und Lipidsenker – oft mit Engpässen über mehrere Monate.
Was das für Ihren Alltag als PTA bedeutet
Ihre Arbeit als PTA verlagert sich vom Verkaufstresen in den Hintergrund. Es gilt, umgehend ärztliche Rücksprache zu halten, direkt Verfügbarkeitsanfragen beim Großhandel zu stellen und beratende Gespräche mit Patientinnen und Patienten zu führen. Wichtig: Im Fall möglicher Lieferengpässe sollten Sie frühzeitig Alternativen prüfen – zum Beispiel wirkstoffgleiche Präparate in anderer Stärke, Darreichungsform oder Packungsgröße.
Kommunikation mit Patientinnen und Patienten entscheidend
Eine der größten Herausforderungen bleibt dabei die Kommunikation mit Ihren Patientinnen und Patienten. Viele reagieren verständlicherweise verunsichert oder ungeduldig, wenn ihr Medikament nicht verfügbar ist. Hier hilft nur Transparenz: Informieren Sie über die Ursache des Engpasses und beziehen Sie bei Bedarf die Arztpraxis ein. Gerade bei dauerhaften Therapien ist es wichtig, die Dringlichkeit zu klären und gemeinsam Alternativen und Lösungen zu finden.
Ist ein Medikament aufgrund eines Lieferengpasses nicht mehr verfügbar, startet in Ihrer Apotheke eine klare Kaskade von Maßnahmen, die idealerweise folgende To-dos umfasst:
Klären Sie zunächst, ob alle Wirkstärken und Packungsgrößen des Medikaments betroffen sind und ob Alternativen verfügbar sind.
Recherchieren Sie entsprechende Informationen in der Engpass-Datenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte: Ist der Engpass eingetragen? Hat der Hersteller ein Ende des Engpasses angekündigt?
Prüfen Sie die Erstattungs- und Krankenkassenvorgaben
Parallel dazu empfiehlt es sich, das Präparat beim Großhandel zur Nachlieferung vorzumerken.
Auch Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Fragen Sie als PTA regelmäßig bei Herstellern und Großhandel nach. Zudem lohnt es sich, den Markt aufmerksam auf absehbare Lieferengpässe hin zu beobachten und verfügbare Restbestände für Ihre Patientinnen und Patienten rechtzeitig zu sichern.