ApoVWG: Das ändert sich im Alltag ab September
Das ApoVWG schafft neue Möglichkeiten. Welche Änderungen sind für Sie als PTA und PKA ab wann relevant und wie können Sie sich darauf vorbereiten?
Das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) ist in Kraft getreten. Parallel läuft bereits die erste Stufe der Erhöhung des Packungsfixums an.
Hintergrund des ApoVWG
Der Gesetzgeber will die Versorgung vor Ort sichern und die Rolle der Apotheken stärken. Dafür sollen sie mehr Aufgaben übernehmen, etwa im Bereich der pharmazeutischen Dienstleistungen Impfungen und Diagnostik stehen im Fokus. Damit reagiert der Gesetzgeber auf Versorgungsengpässe in ländlichen Regionen, steigenden Bedarf an Beratungen und den Wunsch der Apotheken nach einer besseren Einbindung in die Patientenversorgung. Als PTA und PKA können Sie dabei zusätzlichen Aufgaben übernehmen, etwa die Organisation, Vorbereitung und Dokumentation neuer Angebote.
Wichtige Änderungen nach Zeitplan
Zunächst müssen Fachgremien bis zum 1. September 2026 verbindliche Abläufe für neue pharmazeutische Dienstleistungen entwickeln. Diese Vorgaben regeln dann Beratung, Risikoerfassung und Durchführung.
Bis zum 2. September 2026 soll zudem ein Schulungskonzept für Impfungen in der Apotheke entstehen. Im nächsten Schritt (bis zum 2. November 2026) wird ein weiteres Curriculum entwickelt, nämlich für PTA und PKA. Sie dürfen nach erfolgreichem Abschluss der Fortbildung ebenfalls Impfungen durchführen, allerdings nur unter der Aufsicht von Apothekerinnen und Apothekern.
Ebenfalls bis zum 2. November 2026 folgt ein Konzept für Blutentnahmen.
Voraussichtlich Anfang 2027 geht es dann praktisch los. Alle Leistungen werden dabei grundsätzlich in der elektronischen Patientenakte (ePA) gespeichert.
Vergütung und Fixum
Parallel klären die Verbände die Vergütung der neuen Angebote. Ab dem 1. Januar 2027 rechnen Apotheken diese Leistungen dann direkt mit den Krankenkassen ab.
Gleichzeitig steigt das Fixum schrittweise: aktuell auf 9 Euro pro Packung und Anfang 2027 auf 9,50 Euro. Das soll mehr Planungssicherheit schaffen.
Tipps für PTA und PKA
Im Arbeitsalltag macht nicht jeder alles. Das ist normal. Setzen Sie sich im Team zusammen und klären Sie, wer an zusätzlichen Aufgaben Interessen hat und die entsprechenden Schulungen besuchen möchte. Außerdem sollten Sie besprechen, wann pharmazeutische Dienstleistungen angeboten werden. Empfehlenswert sind feste Tage. Dann können Sie den Dienstplan entsprechend gestalten und die Kundschaft darauf verweisen. Das erleichtert die gesamte Planung erheblich. Im Idealfall bieten Sie die Möglichkeit an, Termine im Vorfeld zu vereinbaren, aber auch spontan eine Leistung in Anspruch zu nehmen. Das setzt voraus, dass Sie an den entsprechenden Tagen durch Plakate oder Aufsteller auf kurzfristige Angebote hinweisen.
Quellen:
Videos und Grafiken für Ihr digitales Schaufenster
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