Diabetes: Fundusfotografie als Teil des Screenings?
Ein einfach umsetzbares Verfahren soll das Screening von Netzhautschäden bei Menschen mit Diabetes erleichtern und womöglich auch in hausärztlichen Praxen eingesetzt werden.
Ablagerung führen bei Diabetes häufig zu Gefäßerkrankungen, etwa zu Sehstörungen (diabetische Retinopathie). Zum Krankheitsmanagement gehören daher regelmäßige Augenuntersuchungen. Bei der sogenannten Ophthalmoskopiebetrachtet eine Ärztin oder ein Arzt durch die Pupille hindurch die Netzhaut, die Blutgefäße, den Sehnervenkopf und den Glaskörper.
Das Verfahren erfordert entsprechend viel Expertise und zusätzlich eine Erweiterung der Pupillen durch Augentropfen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte daher das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) damit beauftragt, ein alternatives Verfahren zu prüfen: die Fundusfotografie. Dabei werden für jedes Auge fotografische Aufnahmen des Fundus erstellt und im Nachgang ausgewertet.
Das IQWiG kam zu dem Schluss, diese Methode sei absolut geeignet, um Netzhautschäden als Folgeerkrankung von Diabetes mellitus Typ 1 und Typ zu erkennen. Der Nutzen sei zwar in medizinischer Hinsicht nicht höher als bei der Standard-Untersuchung, dafür sei sie aber leichter durchzuführen.
Bedeutung für die Versorgung
Zwei Punkte machen dieses Thema besonders interessant: Die Bilder können zu einem späteren Zeitpunkt an einem anderen Ort analysiert werden. Damit wäre es zum einen möglich, die Untersuchung beispielsweise in ländlichen Regionen in hausärztlichen Praxen anzubieten. Die Beurteilung könnten Fachkräfte etwa über eine telemedizinische Schnittstelle vornehmen. Zum anderen vermuten die Forschenden, dass mehr Betroffene die Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nähmen, weil Einschränkungen durch vorübergehend vergrößerte Pupillen entfielen.
Wie geht es jetzt weiter?
Der G-BA muss nun entscheiden, ob diese Untersuchungsmethode in den GKV-Leistungskatalog aufgenommen wird. Sobald das der Fall ist, können Praxen prüfen, ob sie entsprechende Geräte anschaffen wollen und die Leistung anbieten.
Tipps für MFA
Patientinnen und Patienten, die sich nach dieser Vorsorgemethode erkundigen, können Sie also darauf verweisen, dass eine Entscheidung des G-BA noch aussteht. Erinnern Sie bei dieser Gelegenheit daran, wie wichtig es ist, eventuelle Netzhautschäden frühzeitig zu entdecken.
Zudem zeigt dieses Ergebnis, welche Chancen die Telemedizin bietet. Erkundigen Sie sich nach Fortbildungen – MFA sind zwar grundsätzlich gefragt, aber zusätzliche Kompetenzen verbessern Ihre Position für Gehaltsverhandlungen. Zudem gestalten sie Ihren Arbeitsalltag abwechslungsreicher.