Regelmäßige Check-ups könnten Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren
Die Europäische Union empfiehlt, dass sich Menschen ab 35 Jahren wiederholt untersuchen lassen. Dafür können Sie als MFA werben.
Um Herz-Kreislauf-Risiken frühzeitig zu erkennen und Folgeerkrankungen zu verhindern, empfiehlt die EU regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen. Denn Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind in der EU weit verbreitet: Sie betreffen etwa 62 Millionen Menschen, und nach Angaben der EU-Kommission sterben in den 27 Mitgliedstaaten jedes Jahr mehr als 1,7 Millionen Menschen daran. Das sind mehr Todesfälle als durch Krebs. Da viele Risikofaktoren früh erkannt und behandelt werden können, soll die Prävention gestärkt werden.
Deutsche sind faul bei Vorsorgeuntersuchungen.
Wie lauten die konkreten Empfehlungen der EU-Kommission?
Um Ihr Risiko zu erkennen, sollten die Bürgerinnen und Bürger der EU
- im Alter von unter 35 Jahren mindestens einmal die Werte für Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin bestimmen lassen. Der Gesundheitscheck-up zwischen 18 und 35 Jahren in Deutschland sieht zurzeit Blutuntersuchungen nur bei erhöhtem Risiko vor – bei Vorliegen von Adipositas, Bluthochdruck oder positiver Familienanamnese.
- sich im Alter zwischen 35 und 64 Jahren mindestens alle fünf Jahre untersuchen lassen. Dabei ist auch die Lungenfunktion relevant. Ab 35 Jahren ist ein Check-up in Deutschland alle drei Jahre möglich – inklusive Blut- und Urinuntersuchung.
- ab 65 Jahren alle drei bis fünf Jahre zur Gesundheitsuntersuchung gehen. In Deutschland besteht die Möglichkeit, eine einmalige Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader in Anspruch zu nehmen.
Die EU verfolgt damit das Ziel, gefährdete Personen möglichst früh zu erkennen und diese rechtzeitig zu einer Änderung ihres Lebensstils oder zu einer geeigneten Behandlung zu motivieren.
Welchen Beitrag können Sie als MFA leisten?
Als MFA spielen Sie bei Präventionsuntersuchungen eine zentrale Rolle. Besonders jüngere Menschen unter 60 ohne offensichtliche Risikofaktoren haben das Thema in der Regel noch nicht im Blick. Dabei kann selbst bei schlanken, sportlichen Personen beispielsweise ein genetisch bedingt erhöhter Blutdruck bestehen. Im Praxisalltag ist es natürlich nicht realistisch, dass Sie alle Patientinnen und Patienten auf Vorsorgeuntersuchungen ansprechen. Plakate und Informationsblätter sind die bessere Alternative. Im Idealfall klären Sie mit Ihrem IT-Dienstleister, welche automatischen Erinnerungsfunktionen das PVS ermöglicht und lassen sich grundsätzlich die E-Mail-Adressen der Patientinnen und Patienten geben. Denken Sie aber daran, dass diese in den Versand von Terminerinnerungen einwilligen müssen.