Zi-Panel: In Arztpraxen fehlen Notfallpläne
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Zi-Panel: In Arztpraxen fehlen Notfallpläne

Was tun, wenn es in der Nähe zu einem Unglück mit vielen Verletzten kommt oder gar zu einem Chemieunfall? Die meisten Praxen sind auf solche Situationen nicht vorbereitet, hat sich in einer Umfrage gezeigt.

Ihr Alltag als MFA ist vermutlich stressig genug: viele Patientinnen und Patienten und wenig Zeit zum Durchatmen. Wer hat da schon die Muße, sich mit potenziellen Krisensituationen zu beschäftigen? Das geht den meisten Teams so, wie das Praxis-Panel zur ambulanten Krisenresilienz belegt. Das Zentralinstitut für die die Kassenärztlichen Versorgung (Zi) hat die Ergebnisse der aktuellen Umfrage vorgestellt. Unterm Strich besteht ein großer Mangel an Informationen und Leitfäden.

Kaum Pläne und wenig Resilienz

Das Zi hatte im zweiten Quartal Beschäftigte aus mehr als 4.000 ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen dazu befragt, wie gut sie auf Krisensituationen vorbereitet sind – von Hitzewellen bis zu einem Kriegsfall. Die Antworten zeichnen ein klares Bild: Je unwahrscheinlicher eine Krise nach den bisherigen Erfahrungen ist, desto weniger Teams haben eine strukturierte Vorgehensweise ausgearbeitet. Demnach besitzen mehr als 90 Prozent keinen internen Leidfaden beispielsweise für chemische Kontaminationslagen, einen Nuklearunfall oder kriegerische Auseinandersetzungen in der Region.

Das klingt zunächst logisch, auch wenn es anders wünschenswert wäre, zeigt aber die hohe Vulnerabilität der Gesundheitsversorgung – wenn es denn doch zu einer Katastrophe käme. Nicht viel besser sieht die Lage bei einem Unglück mit vielen Verletzten aus (knapp 80 Prozent sind darauf vorbereitet) oder bei einem unerwarteten längeren Ausfall der Telekommunikation oder des Stroms – was nach den jüngsten Drohnen-Vorfällen bei Einrichtungen zur Energieversorgung in greifbare Nähe gerückt ist. Doch nur etwas mehr als zwei Drittel fühlen sich für solch eine Situation einigermaßen gewappnet. Über eine Notstromversorgung verfügen allerdings nur zehn Prozent. 

Nur etwas jede zweite Praxis ist gerüstet für eine Mangellage bei Arzneimitteln.

Hitzewellen sind im Vergleich schon fast zur Routine geworden: Etwa 70 Prozent haben sich darauf eingestellt. Nach den letzten Sommern überrascht es allerdings, dass die Quote in diesem Bereich nicht noch besser ist. Ähnlich sieht es bei Infektionslagen aus. Mehr als 40 Prozent haben dafür keinen Notfallplan in der Schublade – obwohl die COVID-19-Pandemie gezeigt hat, wie schnell es zu solch einer Situation kommen kann.

Tipps für MFA

Die Politik, Kassenärztliche Vereinigungen und weitere Akteure diskutieren jetzt über rechtliche Rahmenbedingungen wie verpflichtende Notfallpläne, Lagerhaltung von Medikamenten und mehr. Sie als MFA sollten zumindest Szenarien mit höherer Wahrscheinlichkeit betrachten, etwa Hitzewellen, größere Unfälle in der Nähe, ein sehr aktives Infektionsgeschehen oder ein längerer Stromausfall.

Klären Sie, welche Leitfäden und Checklisten bereits vorhanden sind – mitunter geraten diese durch Personalwechsel in Vergessenheit, weil sie selten benötigt werden. Im nächsten Schritt können Sie sich an die zuständige KV wenden, die für eine Reihe an Ausnahmesituationen Tipps parat hält. Im Idealfall passen Sie diese in einer Teamsitzung an die individuellen Gegebenheiten der Praxis an und nehmen eine grobe Rollenverteilung vor – damit im Ernstfall jede und jeder weiß, was zu tun ist. Die Pläne sollten griffbereit abgelegt werden. 

Tragen Sie in den Kalender ein, diese Listen in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren. Für ein häufiges Szenario wie extreme Hitze sollten Sie die Vorgehensweise jährlich vor Beginn des Sommers durchgehen. Bei Extremereignissen wie einem Massenunfall ist es in der Regel praktikabler, neue Mitarbeitende einzuweisen und darüber hinaus alle regelmäßig daran zu erinnern, wo die Pläne zu finden ist. Denken Sie dran, bei neue Mitarbeitende einzuweisen und gegebenenfalls die Rollenverteilung anzupassen.

Zi-Panel: In Arztpraxen fehlen Notfallpläne
MFA-BlogNotfälle in der Arztpraxis – Tipps für MFA
Die Autorin Steffi, MFA/Wundexpertin (ICW)
Steffi Blog

Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer dermatologischen Praxis, anschließend 5 Jahre im Praxisalltag als MFA tätig. Seit 2014 bei Dr. Ausbüttel (DRACO®). Wundexpertin (ICW) und bloggende MFA mit Leidenschaft.

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