Tarifverhandlungen Nordrhein: Diskussionen um Empfehlung
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Tarifverhandlungen Nordrhein: Diskussionen um Empfehlung

Eine Einigung über künftige Gehaltserhöhungen für Sie als PTA und PKA ist noch nicht in Sicht. Was hat es aktuell mit der Tarifempfehlung der Arbeitgeber auf sich?

In den Tarifverhandlungen für die Apothekenbeschäftigten in Nordrhein gibt es aktuell weiterhin keine Einigung zwischen der Apothekengewerkschaft ADEXA und der Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter Nordrhein (TGL). Der bisherige Gehaltstarifvertrag ist am 30. Juni 2026 ausgelaufen. Nun hat die TGL erstmals in ihrer Geschichte eine einseitige Tarifempfehlung an ihre Mitgliedsapotheken ausgesprochen. Sie als PTA und PKA sollten wissen: Es handelt sich lediglich um eine Empfehlung. Sie begründet keinen Anspruch auf eine Gehaltserhöhung. Ob und wie eine Apotheke sie umsetzt, entscheidet die Leitung selbst.

Diese Empfehlung hat die TGL ausgesprochen

Die TGL empfiehlt ab dem 1. Oktober 2026 monatliche Gehaltserhöhungen von 200 Euro für PKA und 120 Euro für PTA sowie für angestellte Apothekerinnen und Apotheker und weitere Berufsgruppen. Für Auszubildende und Praktikumsbeschäftigte sind je nach Gruppe 100 bis 150 Euro vorgesehen. Nach Darstellung der TGL sollen feste Eurobeträge insbesondere niedrigere Gehälter stärken, weil sie dort prozentual stärker ins Gewicht fallen. Die Arbeitgebervertretung betont zugleich die wirtschaftliche Belastung der Apotheken durch höhere Personalkosten. 

Die Forderungen der ADEXA sehen folgendermaßen aus: monatlich 250 Euro mehr für PKA und 200 Euro für die übrigen Berufsgruppen, rückwirkend zum 1. Juli 2026, außerdem ein zusätzlicher Urlaubstag und eine Laufzeit von zwölf Monaten. Die TGL hält das wirtschaftlich für nicht tragfähig.

Die Einschätzung der ADEXA

Die ADEXA kritisiert sowohl das Vorgehen als auch den Inhalt der Empfehlung. Aus Sicht der Gewerkschaft müssen Tariffragen am Verhandlungstisch gelöst werden. Hinzu kommt, dass die vorgeschlagenen Erhöhungen erst ab Oktober gelten sollen: Für die Monate Juli bis September ist keine Anpassung vorgesehen. Die ADEXA fordert dagegen einen lückenlosen Anschluss an den ausgelaufenen Gehaltstarifvertrag.

Inhaltlich geht es der Gewerkschaft vor allem darum, dass sich Ausbildung, Berufserfahrung und Verantwortung deutlicher im Gehalt widerspiegeln müssen. Bei einer PKA würde das vorgeschlagene Plus zum Berufsanfang lediglich zu einem Stundenlohn von etwa 15,11 Euro führen – das wären nur rund 50 Cent mehr als der für Januar 2027 vorgesehene gesetzliche Mindestlohn von 14,60 Euro. 

In Bezug auf die PTA-Gehälter kritisiert die ADEXA zusätzlich, dass die geringere Erhöhung den Gehaltsabstand zu PKA in der ersten Gehaltsstufe von bislang 185 Euro auf rund 100 Euro verkleinern würde. Damit werde das gesamte Gehaltsgefüge von unten zusammengedrückt, ohne die unterschiedlichen Qualifikationen und Aufgaben ausreichend abzubilden.

Was sollten PTA und PKA jetzt tun?

Die Tarifverhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Sinnvoll ist es daher, wenn Sie die TGL-Empfehlung ignorieren und die weiteren Verhandlungen abwarten. Unabhängig davon können Sie dafür sorgen, dass Sie durch Weiterbildungen zusätzliche Qualifikationen erwerben. Das stärkt Ihre Position bei individuellen Verhandlungen mit der Apothekenleitung.

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Der Autor Richard Joos
Richard Joos

Richard Joos ist SEO-Experte und arbeitet seit 2022 bei DRACO®. Mit über 20 Jahren Erfahrung im Online-Marketing mit Großunternehmen, Filialketten und dem Mittelstand ist er spezialisiert auf digitale Sichtbarkeit und Suchmaschinenoptimierung (SEO). Sein Fokus liegt auf praxisnaher Beratung und der Optimierung von Websites.

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