Pflegedokumentation auf dem Prüfstand
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hat auf dem Krankenhausgipfel von weiteren Reformen gesprochen – der Verwaltungsaufwand für die Pflege soll sinken.
Noch ist es eine Ankündigung und kein Gesetz, nicht einmal ein Gesetzesentwurf, aber für Sie als Pflegekräfte dürften die Pläne des Gesundheitsministers von großem Interesse sein. Er will erreichen, dass Deutschland das „leistungsfähigste Gesundheitssystem der Welt“ bekommt. Das ist für ihn auch mit einem Bürokratieabbau verbunden. Dafür will er noch in diesem Jahr einen Entwurf vorlegen. Verschiedene Verbände haben dafür nach seiner Aussage Vorschläge eingereicht.
Als einen wichtigen Punkt griff er die Dokumentationspflichten in der Pflege heraus. Sie werden auf den Prüfstand gestellt. Konkret heißt das: Redundante Dokumentationen sollen wegfallen, ohne dass die Qualität der Versorgung sinkt. Für diesen Spagat benötigt das Ministerium weitere Informationen. Linnemann will daher kurzfristig einen Forschungsauftrag vergeben. Der Plan sieht vor, dass bereits Anfang nächsten Jahres erste Ergebnisse vorliegen, die dann in den Gesetzgebungsprozess einfließen sollen.
Was sich in Bezug auf die Dokumentationspflichten genau verändern könnte, ist dementsprechend noch unklar. Fest steht lediglich, dass Linnemann die Digitalisierung in der Pflege vorantreiben möchte, weil er sich davon mehr Effizienz bei Verwaltungsaufgaben und in der Folge eine Entlastung für die Pflege verspricht.
Zeit sparen durch digitale Dokumentation
Eine aktuelle Trendstudie hat ergeben, dass die Verbreitung digitaler Lösungen in der Pflege steigt und tatsächlich zu einer Zeitersparnis führt. Das unabhängige Marktforschungsinstitut Civey hatte dafür im Auftrag eines Softwareanbieters Fachkräfte in sieben europäischen Ländern befragt.
Demnach nutzen 63,5 Prozent der Befragten bereits eine elektronische Dokumentationssoftware und 48,9 Prozent eine digitale Dienstplanung. Am positivsten bewerteten die Nutzenden dabei Apps zur Dokumentation. 62,8 Prozent gaben an, dadurch mehr Zeit für andere Aufgaben zu gewinnen.