Gewalt gegen Personen in Heilberufen: Härtere Strafen
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Gewalt gegen Personen in Heilberufen: Härtere Strafen

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der Sie besser schützen soll: Angriffe auf Personen in Heilberufen werden künftig strenger bestraft.

Angriffe auf Mitarbeitende im Gesundheitswesen haben in den vergangenen Jahren leider zugenommen. Rettungskräfte werden bei der Arbeit behindert, MFA in Praxen beschimpft, Pflegende im Krankenhaus attackiert und PTA und PKA in Apotheken bedroht. Es ist schlimm genug, dass so etwas passiert – und auch noch Menschen betrifft, die mit ihrer Arbeit anderen helfen wollen. Es fühlt sich aber noch ungerechter an, wenn die Täter und Täterinnen verhältnismäßig glimpflich davonkommen. Das soll sich jetzt ändern. Der Gesetzesentwurf sieht einerseits strengere Strafen vor, andererseits erweitert er den Kreis der Personen, die dadurch besonders geschützt werden sollen – Sie gehören jetzt dazu. 

 Bis zu zehn Jahre Haft 

Bislang galten besondere Schutzregeln für medizinisches Personal nur dann, wenn die Beschäftigten im Rahmen eines ärztlichen Notdienstes oder in der Notaufnahme einer Klinik tätig waren. Jetzt spielt der Tätigkeitsort keine Rolle mehr. Alle Angehörigen staatlich geregelter Heilberufe – also auch Sie als MFA, PTA, PKA oder Pflegekraft – fallen unter das geplante Gesetz. 

 Konkret heißt das: Die Mindeststrafe für einen tätlichen Angriff auf Sie oder Ihre Kolleginnen und Kollegen wurde verdoppelt. Sie beträgt künftig nicht mehr drei Monate, sondern sechs. In besonders schweren Fällen droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Zuvor waren maximal fünf Jahre möglich gewesen. Als besonders schwer werden dabei auch Angriffe gewertet, die hinterlistig durchgeführt wurden, etwa durch einen Hinterhalt. 

 Das verhindert Attacken zwar nicht, und es ist traurig genug, dass Strafverschärfungen notwendig sind. Der Gesetzentwurf gilt aber als wichtiges Signal, dass die Gesellschaft nicht bereit ist, Gewalt gegen Personen in Heilberufen zu akzeptieren. 

 Tipps für Beschäftigte im Gesundheitswesen 

Machen Sie sich mit Deeskalationstechniken vertraut und üben Sie entsprechende Kommunikationstechniken im Team. Diese Zeit sollten Sie sich unbedingt nehmen. Schon die Vorbereitung auf eine potenzielle Krisensituation verleiht Ihnen Sicherheit und senkt damit die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich zu einer brenzligen Situation kommt. Außerdem können Sie dieses Wissen auch privat einsetzen.  

Gewalt gegen Personen in Heilberufen: Härtere Strafen
Die Autorin Michelle Eisenberg

Michelle Eisenberg ist examinierte Pflegekraft mit der Zusatzqualifikation Praxisanleitung in der Pflege. Dank ihrer umfangreichen Erfahrung in der Pflege hat sie ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen und Anforderungen in der Patientenversorgung. Sie hat selbst Wunden versorgt und kennt die Praxis aus erster Hand – ein Aspekt, der ihre Beratung besonders praxisnah macht. Seit 2021 ist sie ein Teil des Kundenservice von Dr. Ausbüttel. Ihr Ziel ist es, mit praxisnaher Beratung und ihrer Expertise in der Wundversorgung bestmöglich zu unterstützen.