Wundantiseptika oder Antibiotika

Die Anforderungen an Antiseptika bei chronischen Wunden sind hoch. Derzeit gibt es drei Wirkstoffe, die für den Einsatz bei chronischen Wunden empfohlen werden: Polyhexanid, Octenidin und Polyvidon-Jod. Das Wirkspektrum aller drei Substanzen ist im Bereich der grampositiven und gramnegativen Bakterien bisher relativ gut. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Bakterien lernen, auch gegen diese Substanzen, Resistenzen zu entwickeln. Entsprechend sollte auch hier kein unkritischer Einsatz der Antiseptika erfolgen. Sinnvoll ist eine Anwendung bei entsprechender Indikation über einen kurzen Zeitraum. Zu beachten ist dabei, dass es v.a. bei Polyvidon-Jod häufig Irritationen und Sensibilisierungen gibt, die für den Patienten zu Brennen und Schmerzen an der chronischen Wunde führen können und die Wundheilung hindern. Octenidin hat ein hohes zytotoxisches Potential und sollte daher nicht mit Druck in Taschen, Fisteln oder Höhlen injiziert werden und dort verbleiben. Hier kann es in der Folge sonst zu ausgedehnten Nekrosen kommen. Am verträglichsten ist entsprechend der bisherigen Datenlage das Polyhexanid. Allerdings hat es den Nachteil, dass es sehr lange Einwirkzeiten (15 – 20 Minuten) benötigt, um seine Wirkung entfalten zu können.

Wirkspektrum der in der Behandlung chronischer Wunden empfohlenen Antiseptika
Wirkspektrum der in der Behandlung chronischer Wunden empfohlenen Antiseptika

Bisher existieren keine randomisierten klinischen kontrollierten Doppelblindstudien mit allgemein anerkannten Zielparametern im direkten Vergleich zweier Verfahren der antiseptischen Wundbehandlung, die eine Bewertung über die spezifischen Studien hinaus ermöglichen. Bei den meisten Empfehlungen handelt es sich um reine Expertenmeinung. Unverträglichkeiten gegenüber Octenidin und Polyhexanid werden bisher nur in Einzelfällen berichtet.

Weitere Informationen zu Polyhexanid finden Sie unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/PHMB