Diagnostik

Zur allgemeinen Diagnostik bei Menschen mit chronischen Wunden gehört neben einer sorgfältigen Gefäßdiagnostik mittels arteriellem Ultraschalldoppler und Duplexsonographie der Venen auch die Entnahme eines bakteriologischen Abstrichs.
Entsprechend aktueller Empfehlungen sollte die Abstrich-Entnahme dabei die komplette Wundfläche erfassen. Es bietet sich eine Entnahme nach dem Essener Kreisel an. Dabei lassen sich immer Bakterien nachweisen, eine chronische Wunde ist niemals steril.

Die häufigsten Erreger sind:

  • Staphylococcus aureus
  • Pseudomonas aeruginosa
  • Enterobakterien
Staphylococcus aureus
Staphylococcus aureus
Pseudomonas aeruginosa
Pseudomonas aeruginosa
Enterobakterien
Enterobakterien

Weiterführende Diagnostik

Abstriche

Besteht der Verdacht auf eine Kolonisation oder Infektion der Wunde mit multiresistenten Erregern sollten Abstriche wie in der Tabelle angegeben durchgeführt werden. Die drei wichtigsten in der Wundversorgung derzeit relevanten Erreger sind:

  • Methicillin- oder Oxacillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA oder ORSA)
  • Glykopeptid- oder Vancomycin-resistente Enterokokken (GRE oder VRE)
  • gram-negative Erreger (ESBL oder MBL), die eine Metallo-Betalaktamase oder Extended-Spectrum-Betalaktamase produzieren
Übersicht Erreger
Übersicht der Erreger

Finden sich Kontaminationen, Kolonisationen oder Infektionen einer chronischen Wunde mit multiresistenten Erregern, so sollte entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes eine zügige Dekontamination angestrebt werden. Häufig lassen sich auch an anderen Körperstellen und abhängig von der chronischen Wunde Erregerreservoirs nachweisen, die eine Eradikation erschweren.