Ulcus cruris venosum

Definition

Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie definiert das Ulcus cruris venosum als einen Substanzdefekt im pathologisch veränderten Gewebe des Unterschenkels infolge einer chronisch venösen Insuffizienz (CVI). Durch Hypertonie und damit einhergehender Hypervolämie wird das Venensystem langfristig geschädigt. Ursächlich ist meistens eine Insuffizienz der Venenklappen, wodurch das Blut nicht mehr vollständig aus den Beinen zum Herzen zurücktransportiert werden kann. Das Blut staut sich dann in der Knöchelregion und schädigt durch den Druck das umliegende Gewebe. Mit einem Anteil von bis zu 60 Prozent stellt das Ulcus cruris venosum die größte Gruppe der Ulcus-Erkrankungen dar. Der restliche Anteil ist unterteilt in Ulcus cruris arteriosum, Ulcus cruris mixtum und weiteren Ulcus- Formen.

Ulcus cruris venosum
Ulcus cruris venosum
Ulcus cruris venosum Epithelisierungsphase
  • Diagnostik

    Bestimmung Knöchel-Arm-Druck-Index
    Bestimmung Knöchel-Arm-Druck-Index
    Bestimmung Knöchel-Arm-Druck-Index
    Bestimmung Knöchel-Arm-Druck-Index
    Zur diagnostischen Abklärung gehören unter anderem:

    • Anamnestische Erfassung der Risikofaktoren
    • Klinische Untersuchung
    • Direktionale Dopplersonographie, eventuell Farbduplexsonographie
    • Bestimmung des Knöchel-Arm-Druck-Index (KADI)
    • Digitale Substraktionsangiographie (DAS)

    Chronisch venöse Insuffizienz (Stadien nach Widmer, 1989)


    Ulcus cruris venosum Stadium 1:
    • Venenerweiterung und/oder Besenreiser am Knöchel und/oder in der Knöchelregion und oberhalb des Fußes (Fußgewölbes)
    • Ödeme am Knöchel

    Ulcus cruris venosum Stadium 2:
    • Hyperpigmentierung der Haut
    • Ödeme am Unterschenkel
    • Hautverhärtung; Haut ist glänzender und lässt sich nicht in Falten abheben
    • Ockergelbe Verfärbung der Haut

    Ulcus cruris venosum Stadium 3a:
    • Abgeheiltes Ulcus cruris venosum

    Ulcus cruris venosum Stadium 3b:
    • Florides Ulcus cruris venosum
  • Kausaltherapie

    Ulcus cruris venosum Kausaltherapie
    Ulcus cruris venosum unter Kompression
    Zur Abheilung eines Ulcus cruris venosum ist eine kausale Therapie unerlässlich. Diese besteht zum einen in der Verbesserung des venösen Rückflusses durch Kompression (40 – 70 mmHg) und Bewegung und zum anderen durch chirurgische Maßnahmen wie beispielsweise der Sanierung der Venen. Die Kompressionstherapie ist unerlässlich, damit die Wunde zur Abheilung gebracht werden kann. Die Mitarbeit der Patienten ist hier entscheidend. Werden Kompressionsbinde oder –strumpf nicht toleriert, sollte ein intensives Gespräch mit dem Betroffenen gesucht werden. Die Kompressionstherapie unterstützt die Wundheilung dadurch, dass der Rückfluss des Blutes wieder erfolgen kann und somit der Druck aus dem Gewebe genommen wird und die Blutzirkulation wieder funktioniert.

    Gleichzeitig erfolgen eine direkte Wundtherapie mit Wundreinigung und eine phasengerechte idealfeuchte Wundversorgung. Bei klinisch infizierten Wunden steht die Bekämpfung der Infektion im Vordergrund.





  • Wundreinigung

    Wundreinigung
    Wundreinigung infizierte Wunden
    Wundreinigung
    Wundreinigung nicht infizierte Wunden
    Am Beginn der Therapie steht die Wundreinigung. Sie befreit die Wunde von Nekrosen, Belägen, Fremdkörpern, Abfallstoffen und überschüssigem Wundexsudat (Panfil 2009).

    • infizierte Wunden mit Wund-Antiseptika von außen nach innen reinigen (Bitte längere Einwirkzeit beachten; ca. 10 – 15 min.)
    • nicht infizierte Wunden mit NaCl 0,9 % oder Ringerlösung von innen nach außen reinigen
  • Debridement

    Autolytisches Debridement
    Autolytisches Debridement
    Mechanisches Debridement
    Mechanisches Debridement
    Chirurgisches Debridement
    Chirurgisches Debridement
    Biochirurgisches Debridement
    Biochirurgisches Debridement
    Das Entfernen von abgestorbenem Gewebe dient der Verbesserung der Wundbedingungen und der Infektionsprophylaxe.
    Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Debridement durchzuführen:

    • Autolytisch
    • Mechanisch
    • Chirurgisch
    • Biochirurgisch

    Die Art ist abhängig von Gewebetyp, Lokalisation, Wundtiefe und anderen Faktoren.

    Autolytisches Debridement

    Verschiedene Wundauflagen z.B. Hydrogele, Alginate und hydrokolloide Wundauflagen tragen dazu bei, das avitale Gewebeanteile aufgeweicht werden und sich somit besser lösen lassen.

    Mechanisches Debridement

    Mithilfe einer sterilen Kompresse erfolgt das mechanische Debridement, mit dem Ziel überschüssiges Exsudat, sowie avitale Gewebeanteile aus der Wunde zu entfernen.

    Chirurgisches Debridement

    Das chirurgische Debridement ist die schnellste und effektivste Art der Wundreinigung. Dabei werden Nekrosen und Beläge aus der Wunde entfernt. Je nach Ausmaß der Wundreinigung ist eine Kurznarkose oder Lokalanästhesie z.B. mit Emla®-Creme (mind. 30 Minuten Einwirkzeit unter Okklusion) erforderlich.

    Biochirurgisches Debridement

    Für das biochirurgische Debridement werden steril gezüchtete Fliegenmaden der Gattung Lucilia sericata verwendet. Der Speichel der Maden verfügt über proteolytische Enzyme, welche Nekrosen und Beläge verflüssigen.
  • Wundauflagen

    Wundauflagen


    • DracoFoam Infekt 10 x 10cm
    • DracoFoam Infekt
    • Schaumstoffwundauflage für infizierte Wunden
    • DracoWundgel Infekt
    • Feuchtigkeitsspendendes Wundgel
    • DracoFoam 10 x 10cm
    • DracoFoam
    • Schaumstoffwundauflage non-haft
    • DracoFoam haft 7,5 x 7,5cm
    • DracoFoam haft
    • Schaumstoffwundauflage mit Haftrand
    • DracoAlgin 10 x 10cm
    • DracoAlgin
    • Alginatkompresse
    • DracoHydrogel 15g
    • DracoHydrogel
    • feuchtigkeitsspendendes Gel
    • DracoHydro ultra 10 x 10cm
    • DracoHydro ultra
    • hydrokolloide Wundauflage mit Hydrogeltechnologie
    • DracoHydro 10 x 10cm
    • DracoHydro
    • hydrokolloide Wundauflage
    • DracoHydro dünn 10 x 10cm
    • DracoHydro dünn
    • dünne Hydrokolloide Wundauflage
    • DracoTüll Silikon 10 x 10cm
    • DracoTüll Silikon
    • silikonbeschichtete Wundkontaktauflage
    • DracoFoam haft sensitiv
    • DracoFoam haft sensitiv
    • Schaumstoffwundauflage mit Silikon-Haftrand
    Draco Wundauflagen Assistent
    Für nicht-ischämische Wunden werden moderne beziehungsweise idealfeuchte oder hydroaktive Wundauflagen verwendet. Die Auswahl der geeigneten Wundauflage ist abhängig von:

    • Wundstadium
    • Wundheilungsphase
    • Klinischen Infektionszeichen
    • Exsudationsmenge
    • Zustand des Wundrandes
    • Wundumgebung
    Weitere Aspekte sind Wirtschaftlichkeit, leichte Handhabung, Patientenbedürfnisse und die Akzeptanz der Wundauflage durch den Patienten.

    Die geeignete Wundauflage kann über den WundauflagenAssistenten ermittelt werden.
  • Verbandwechsel

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