Ulcus cruris arteriosum

Definition

Ulcus cruris arteriosum ist ein Substanzdefekt im pathologisch verändertem Gewebe des Unterschenkels infolge eines arteriellen Gefäßverschlusses und somit einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Gewebes. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist zu Beginn symptomfrei und findet sich häufig an der Außenseite des Unterschenkels. Durch den Verschluss einer Arterie wird das dahinterliegende Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Schon kleine Bagatellwunden können so zu einer langwierigen chronischen Wunde werden, weil die Wundheilung nicht stattfinden kann.

Ulcus cruris arteriosum
  • Diagnostik

    Ulcus cruris arteriosum Risikofaktoren
    Erfassung der Risikofaktoren
    Zur diagnostischen Abklärung gehören unter anderem:

    • Anamnestische Erfassung der Risikofaktoren
    • Klinische Untersuchung
    • Direktionale Dopplersonographie, eventuell Farbduplexsonographie
    • Bestimmung des Knöchel-Arm-Druck-Index (KADI)
    • Digitale Substraktionsangiographie (DAS)

    Symptome

    Als eines der ersten Symptome ist bei den Betroffenen eine Einschränkung der Gehstrecke (Claudicatio intermittends) erkennbar, gefolgt von nächtlichem Ruheschmerz.

    Periphere arterielle Verschlusskrankheit (Stadieneinteilung nach Fontaine)


    Ulcus cruris arteriosum Stadium 1:

    • Stenosen oder Verschlüsse ohne Beschwerden

    Ulcus cruris arteriosum Stadium 2a:

    • Claudicatio intermittens mit einer freien Gehstrecke über 200 m

    Ulcus cruris arteriosum Stadium 2b:

    • Claudicatio intermittens mit einer freien Gehstrecke unter 200 m

    Ulcus cruris arteriosum Stadium 3:
    • Ruheschmerzen und Nachtschmerzen

    Ulcus cruris arteriosum Stadium 4:
    • Ischämie:
    • 4a: mit trophischen Störungen, Nekrosen
    • 4b: sekundäre Infektion der Nekrosen
  • Kausaltherapie

    Das Ulcus cruris arteriosum muss kausal therapiert werden. Die Therapie besteht zum einem in einer Gefäßdilatation oder Anlage eines Bypasses, Minimierung der Risikofaktoren sowie ausreichender Bewegung. Die Behebung der Mangeldurchblutung ist entscheidend für die Wundtherapie. Solange die Durchblutungssituation nicht verbessert wurde, kann die Wunde nicht abheilen, weil dauerhaft zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe im Gewebe ankommen. Bei einem UCA ist Kompression kontraindiziert, da ansonsten noch weniger Blut ins Gewebe gelangt.

    Gleichzeitig erfolgen eine direkte Wundtherapie mit Wundreinigung und eine phasengerechte idealfeuchte Wundversorgung. Bei klinisch infizierten Wunden erfolgt eine Bekämpfung der Infektion.



  • Wundreinigung

    Wundreinigung
    Wundreinigung infizierte Wunden
    Wundreinigung
    Wundreinigung nicht infizierte Wunden
    Am Beginn der Therapie steht die Wundreinigung. Sie befreit die Wunde von Nekrosen, Belägen, Fremdkörpern, Abfallstoffen und überschüssigem Wundexsudat (Panfil 2009).

    • infizierte Wunden mit Wund-Antiseptika von außen nach innen reinigen (Bitte längere Einwirkzeit beachten; ca. 10 – 15 min.)
    • nicht infizierte Wunden mit NaCl 0,9 % oder Ringerlösung von innen nach außen reinigen

  • Debridement

    Autolytisches Debridement
    Autolytisches Debridement
    Mechanisches Debridement
    Mechanisches Debridement
    Chirurgisches Debridement
    Chirurgisches Debridement
    Biochirurgisches Debridement
    Biochirurgisches Debridement
    Das Entfernen von abgestorbenem Gewebe dient der Verbesserung der Wundbedingungen und der Infektionsprophylaxe.
    Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Debridement durchzuführen:


    • Autolytisch
    • Mechanisch
    • Chirurgisch
    • Biochirurgisch

    Die Art ist abhängig von Gewebetyp, Lokalisation, Wundtiefe und anderen Faktoren.

    Autolytisches Debridement

    Verschiedene Wundauflagen z. B. Hydrogele, Alginate und hydrokolloide Wundauflagen tragen dazu bei, das avitale Gewebeanteile aufgeweicht werden und sich somit besser lösen lassen.

    Mechanisches Debridement

    Mithilfe einer sterilen Kompresse erfolgt das mechanische Debridement, mit dem Ziel überschüssiges Exsudat, sowie avitale Gewebeanteile aus der Wunde zu entfernen.

    Chirurgisches Debridement

    Das chirurgische Debridement ist die schnellste und effektivste Art der Wundreinigung. Dabei werden Nekrosen und Beläge aus der Wunde entfernt. Je nach Ausmaß der Wundreinigung ist eine Kurznarkose oder Lokalanästhesie z. B. mit Emla®-Creme (mind. 30 Minuten Einwirkzeit unter Okklusion) erforderlich.

    Biochirurgisches Debridement

    Für das biochirurgische Debridement werden steril gezüchtete Fliegenmaden der Gattung Lucilia sericata verwendet. Der Speichel der Maden verfügt über proteolytische Enzyme, welche Nekrosen und Beläge verflüssigen.
  • Wundauflagen

    Wundauflagen


    • DracoFoam Infekt 10 x 10cm
    • DracoFoam Infekt
    • Schaumstoffwundauflage für infizierte Wunden
    • DracoWundgel Infekt
    • Feuchtigkeitsspendendes Wundgel
    • DracoFoam 10 x 10cm
    • DracoFoam
    • Schaumstoffwundauflage non-haft
    • DracoFoam haft 7,5 x 7,5cm
    • DracoFoam haft
    • Schaumstoffwundauflage mit Haftrand
    • DracoAlgin 10 x 10cm
    • DracoAlgin
    • Alginatkompresse
    • DracoHydrogel 15g
    • DracoHydrogel
    • feuchtigkeitsspendendes Gel
    • DracoHydro ultra 10 x 10cm
    • DracoHydro ultra
    • hydrokolloide Wundauflage mit Hydrogeltechnologie
    • DracoHydro 10 x 10cm
    • DracoHydro
    • hydrokolloide Wundauflage
    • DracoHydro dünn 10 x 10cm
    • DracoHydro dünn
    • dünne Hydrokolloide Wundauflage
    • DracoTüll Silikon 10 x 10cm
    • DracoTüll Silikon
    • silikonbeschichtete Wundkontaktauflage
    • DracoFoam haft sensitiv
    • DracoFoam haft sensitiv
    • Schaumstoffwundauflage mit Silikon-Haftrand
    Draco Wundauflagen Assistent
    Für nicht-ischämische Wunden werden moderne beziehungsweise idealfeuchte oder hydroaktive Wundauflagen verwendet. Die Auswahl der geeigneten Wundauflage ist abhängig von:

    • Wundstadium
    • Wundheilungsphase
    • Klinischen Infektionszeichen
    • Exsudationsmenge
    • Zustand des Wundrandes
    • Wundumgebung

    Weitere Aspekte sind Wirtschaftlichkeit, leichte Handhabung, Patientenbedürfnisse und die Akzeptanz der Wundauflage durch den Patienten.
    Die geeignete Wundauflage kann über den WundauflagenAssistenten ermittelt werden.
  • Verbandwechsel

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