Diabetisches Fußsyndrom

Definition

Wunden an den Füßen bei Patienten mit Diabetes Mellitus werden als Diabetisches Fußsyndrom klassifiziert. Bei Diabetikern treten oft Wunden an den Füßen auf, da sie durch die Krankheit bedingt eine Polyneuropathie und/oder eine Angiopathie aufweisen. Dies bedeutet, dass durch die mangelnde Schmerz- und Druckwahrnehmung eine verletzte Hautstelle nicht als solche wahrgenommen wird und die mangelnde Durchblutung eine Wundheilung verhindert.

Diabetisches Fußsyndrom
Diabetisches Fußsyndrom Grad I
Diabetisches Fußsyndrom Amputation
  • Diagnostik

    Das Diabetische Fußsyndrom lässt sich anhand folgender Kennzeichen diagnostizieren:

    • Messung des Knöchel-Arm-Druck-Index
    • Angiographie
    • Röntgen des Fußes bei Verdacht auf Osteomyelitits
    • Stumpfe Sondierung von Wunden (bis zum Knochen)
    • Abstrich
    • Laborwerte

    Diabetisches Fußsyndrom (Klassifikation nach Wagner)


    Diabetisches Fußsyndrom – Grad 0

    kleine Läsion, ggf. Fußdeformation oder Cellulitis

    Diabetisches Fußsyndrom – Grad I

    oberflächliche Ulzeration

    Diabetisches Fußsyndrom – Grad II

    tiefes Ulcus bis zur Gelenkkapsel, zu Sehnen oder Knochen

    Diabetischer Fußsyndrom – Grad III

    tiefes Ulcus mit Abszedierung, Osteomyelitis, Infektion oder Gelenkkapsel

    Diabetisches Fußsyndrom – Grad IV

    begrenzte Nekrose um Vorfuß- oder Fersenbereich

    Diabetisches Fußsyndrom – Grad V

    Nekrose des gesamten Fußes
  • Kausaltherapie

    Diabetisches Fußsyndrom Schuhinspektion
    Schuhinspektion
    Diabetisches Fußsyndrom Schuhinspektion
    Schuhinspektion
    Kausaltherapie

    Die Kausaltherapie des Diabetischen Fußsyndroms besteht zunächst im Wesentlichen aus der richtigen Einstellung des HbA1c (Blutzuckers) sowie die angepasste idealfeuchte Wundtherapie mit Entlastung der betroffenen Stellen.

    Prophylaxe

    • Blutzucker – Einstellung HbA1c < 6,5 %
    • regelmäßige Fuß- und Schuhinspektion
    • Nagel- und Fußpflege
    • geeignete Schuhversorgung

  • Wundreinigung

    Wundreinigung
    Wundreinigung infizierte Wunden
    Wundreinigung
    Wundreinigung nicht infizierte Wunden
    Am Beginn der Therapie steht die Wundreinigung. Sie befreit die Wunde von Nekrosen, Belägen, Fremdkörpern, Abfallstoffen und überschüssigem Wundexsudat (Panfil 2009).

    • infizierte Wunden mit Wund-Antiseptika von außen nach innen reinigen (Bitte längere Einwirkzeit beachten; ca. 10 – 15 min.)
    • nicht infizierte Wunden mit NaCl 0,9 % oder Ringerlösung von innen nach außen reinigen

  • Debridement

    Autolytisches Debridement
    Autolytisches Debridement
    Mechanisches Debridement
    Mechanisches Debridement
    Chirurgisches Debridement
    Chirurgisches Debridement
    Biochirurgisches Debridement
    Biochirurgisches Debridement
    Das Entfernen von abgestorbenem Gewebe dient der Verbesserung der Wundbedingungen und der Infektionsprophylaxe.
    Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Debridement durchzuführen:

    • Autolytisch
    • Mechanisch
    • Chirurgisch
    • Biochirurgisch

    Die Art ist abhängig von Gewebetyp, Lokalisation, Wundtiefe und anderen Faktoren.

    Autolytisches Debridement            

    Verschiedene Wundauflagen z.B. Hydrogele, Alginate und hydrokolloide Wundauflagen tragen dazu bei, das avitale Gewebeanteile aufgeweicht werden und sich somit besser lösen lassen.

    Mechanisches Debridement

    Mithilfe einer sterilen Kompresse erfolgt das mechanische Debridement, mit dem Ziel überschüssiges Exsudat, sowie avitale Gewebeanteile aus der Wunde zu entfernen.

    Chirurgisches Debridement

    Das chirurgische Debridement ist die schnellste und effektivste Art der Wundreinigung. Dabei werden Nekrosen und Beläge aus der Wunde entfernt. Je nach Ausmaß der Wundreinigung ist eine Kurznarkose oder Lokalanästhesie z. B. mit Emla®-Creme (mind. 30 Minuten Einwirkzeit unter Okklusion) erforderlich.

    Biochirurgisches Debridement

    Für das biochirurgische Debridement werden steril gezüchtete Fliegenmaden der Gattung Lucilia sericata verwendet. Der Speichel der Maden verfügt über proteolytische Enzyme, welche Nekrosen und Beläge verflüssigen. Lucilia sericata sorgt für die Reinigung der Wunde, die Keimvernichtung (auch MRSA) und eine Stimulation der Abheilung.
  • Wundauflagen

    Wundauflagen


    • DracoFoam Infekt 10 x 10cm
    • DracoFoam Infekt
    • Schaumstoffwundauflage für infizierte Wunden
    • DracoFoam Infekt Ferse
    • DracoFoam Infekt Ferse
    • Schaumstoffwundauflage für infizierte Wunden an der Ferse
    • DracoWundgel Infekt
    • Feuchtigkeitsspendendes Wundgel
    • DracoFoam 10 x 10cm
    • DracoFoam
    • Schaumstoffwundauflage non-haft
    • DracoFoam Ferse
    • DracoFoam Ferse
    • Schaumstoffwundauflage non-haft für die Ferse
    • DracoFoam haft 7,5 x 7,5cm
    • DracoFoam haft
    • Schaumstoffwundauflage mit Haftrand
    • DracoAlgin 10 x 10cm
    • DracoAlgin
    • Alginatkompresse
    • DracoHydrogel 15g
    • DracoHydrogel
    • feuchtigkeitsspendendes Gel
    • DracoHydro ultra 10 x 10cm
    • DracoHydro ultra
    • hydrokolloide Wundauflage mit Hydrogeltechnologie
    • DracoHydro 10 x 10cm
    • DracoHydro
    • hydrokolloide Wundauflage
    • DracoHydro dünn 10 x 10cm
    • DracoHydro dünn
    • dünne Hydrokolloide Wundauflage
    • DracoTüll Silikon 10 x 10cm
    • DracoTüll Silikon
    • silikonbeschichtete Wundkontaktauflage
    • DracoFoam haft sensitiv
    • DracoFoam haft sensitiv
    • Schaumstoffwundauflage mit Silikon-Haftrand
    Draco Wundauflagen Assistent
    Für nicht-ischämische Wunden werden moderne beziehungsweise idealfeuchte oder hydroaktive Wundauflagen verwendet. Die Auswahl der geeigneten Wundauflage ist abhängig von:

    • Wundstadium
    • Wundheilungsphase
    • Klinischen Infektionszeichen
    • Exsudationsmenge
    • Zustand des Wundrandes
    • Wundumgebung

    Weitere Aspekte sind Wirtschaftlichkeit, leichte Handhabung, Patientenbedürfnisse und die Akzeptanz der Wundauflage durch den Patienten.
    Die geeignete Wundauflage kann über den WundauflagenAssistenten ermittelt werden.
  • Verbandwechsel

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