Dekubitus

Definition

Ein Dekubitus ist die Verletzung der oberflächlichen Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes über Knochenvorsprüngen durch anhaltende lokale Druckeinwirkung in Verbindung mit Zeit, Reibungs- und Scherkräften. Feuchtigkeit, zum Beispiel durch Inkontinenz, wirkt sich begünstigend auf die Dekubitus-Entstehung aus.

Dekubitus sacralis
Dekubitus
Dekubitus
  • Diagnostik

    Dekubitus Kategorie I
    Dekubitus Kategorie I
    Dekubitus Kategorie II
    Dekubitus Kategorie II
    Dekubitus Kategorie III
    Dekubitus Kategorie III
    Dekubitus Kategorie IV
    Dekubitus Kategorie IV
    Dekubitus wird nach der European Pressure Ulcer Advisory Panel (EPUAP 2009) in vier Kategorien (Schweregrade) eingeteilt.

    Dekubitus Kategorien


    Dekubitus – Kategorie I nach EPUAP

    Persistierende (nicht wegdrückende) umschriebene Hautrötung bei intakter Haut. Weitere klinische Zeichen können Schmerzhaftigkeit, verhärtetes oder weicheres, wärmeres oder kälteres Gewebe im Vergleich zur Umgebungshaut sein.

    Dekubitus – Kategorie II nach EPUAP

    Teilverlust der Haut, Epidermis (Oberhaut) bis hin zu Anteilen der Dermis (Lederhaut) sind geschädigt. Die Haut ist oberflächlich geschädigt: Blase, Hautabschürfung, oder flaches Geschwür. Kann auch als Bluterguss erscheinen (deutet auf eine tiefere Schädigung hin).

    Dekubitus – Kategorie III nach EPUAP


    Tiefenschädigung von Haut und Gewebe. Verlust aller Hautschichten und Schädigung oder Nekrose des subkutanen (Unterhaut-) Gewebes, die bis auf die darunterliegende Faszie reichen kann. Der Dekubitus zeigt sich klinisch als tiefes, offenes Geschwür mit oder ohne Unterminierung.

    Dekubitus – Kategorie IV nach EPUAP

    Verlust aller Hautschichten mit ausgedehnter Zerstörung, Gewebsnekrose oder Schädigung von Muskeln, Knochen oder unterstützenden Strukturen (Sehnen, Gelenkkapsel) eventuell mit Unterminierung und Taschen. Zusätzlich gibt es noch die folgenden Kategorien:

    Dekubitus – uneinstufbar/nicht klassifizierbar


    Ein vollständiger Verlust von Haut- und Gewebeschichten, bei der die tatsächliche Tiefe durch Beläge nicht bestimmbar ist. Um die Kategorie zu bestimmen (III oder IV), muss erst der Belag oder Wundschorf abgetragen werden.


    Vermutete tiefe Gewebeschädigung – unbekannte Tiefe


    Die Haut ist intakt, aber violett oder rotbraun verfärbt, die Bildung einer blutgefüllten Blase ist ebenfalls möglich. Das Gewebe kann schmerzhaft, derb, breiig oder matschig sein, die Temperatur unterscheidet sich von der Umgebungshaut. Die Tiefe der Gewebsschädigung ist nicht erkennbar.


    Risikofaktoren


    Vor allem Menschen, die sich durch Krankheit oder durch körperliche Einschränkungen nicht ausreichend bewegen oder ernähren können, sind anfällig für die Entstehung eines Dekubitus. Zu diesen Patienten zählen auch Schlaganfall-Patienten mit Lähmungen und/oder Spastiken.

    Weitere Risikofaktoren für Dekubitus:

    • Immobilität
    • Mangelernährung (auch bei Übergewicht möglich)
    • Kachexie
    • Adipositas
    • Herabgesetztes Schmerzempfinden, z.B. durch Schmerzmedikation
    • Kontrakuren
  • Kausaltherapie

    Dekubitus Kausaltherapie Makrolagerung
    Makrolagerung
    Dekubitus Kausaltherapie Makrolagerung
    Makrolagerung
    Dekubitus Kausaltherapie Makrolagerung
    Makrolagerung
    Kausaltherapie

    Neben einer idealfeuchten Wundbehandlung ist bei einem Dekubitus die fachgerechte Lagerung des Patienten in intermittierenden Abständen in Seitenlage oder ggfs. auch Bauchlage unerlässlich. Die Wunde muss frei von weiterem Druck sein, da sonst keine Wundheilung stattfinden kann.

    Sogenannte Wechseldruckmatratzen ermöglichen des Weiteren eine ideale Druckverteilung über den ganzen Körper. Prädisponierte Stellen, wie der Sakralbereich und die Fersenregion, werden dabei so gut wie möglich entlastet. Ebenso muss der Flüssigkeits- und Ernährungszustand des einzelnen Patienten optimiert werden, da durch große Wunden viele Nährstoffe verloren gehen. Der Bedarf an Kalorien und Eiweiß ist deutlich erhöht.

    Prophylaxe


    Am häufigsten sind die Körperstellen gefährdet, an denen die Haut direkt über dem Knochen liegt. Stellen mit geringer Weichteildeckung (Fettgewebe oder Muskeln) sind: Fersen, Knöchel, Zehen, Knie, Ellenbogen, Schulterblätter, Beckenknochen, Kreuzbein und Wirbelvorsprünge.


    Prophylaktisch sollten die Risikofaktoren Immobilität, Mangelernährung, herabgesetztes Schmerzempfinden und Kontrakuren durch lokale Druckentlastung und therapeutisches Lagern sowie Mobilisation reduziert oder eliminiert werden.



  • Wundreinigung

    Wundreinigung
    Wundreinigung infizierte Wunden
    Wundreinigung
    Wundreinigung nicht infizierte Wunden
    Am Beginn der Therapie steht die Wundreinigung. Sie befreit die Wunde von Nekrosen, Belägen, Fremdkörpern, Abfallstoffen und überschüssigem Wundexsudat (Panfil 2009).

    • infizierte Wunden mit Wund-Antiseptika von außen nach innen reinigen (Bitte längere Einwirkzeit beachten; ca. 10 – 15 min.)
    • nicht infizierte Wunden mit NaCl 0,9 % oder Ringerlösung von innen nach außen reinigen

  • Debridement

    Autolytisches Debridement
    Autolytisches Debridement
    Mechanisches Debridement
    Mechanisches Debridement
    Chirurgisches Debridement
    Chirurgisches Debridement
    Biochirurgisches Debridement
    Biochirurgisches Debridement
    Das Entfernen von abgestorbenem Gewebe dient der Verbesserung der Wundbedingungen und der Infektionsprophylaxe.
    Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Debridement durchzuführen:

    • Autolytisch
    • Mechanisch
    • Chirurgisch
    • Biochirurgisch

    Die Art ist abhängig von Gewebetyp, Lokalisation, Wundtiefe und anderen Faktoren.

    Autolytisches Debridement            

    Verschiedene Wundauflagen z. B. Hydrogele, Alginate und hydrokolloide Wundauflagen tragen dazu bei, das avitale Gewebeanteile aufgeweicht werden und sich somit besser lösen lassen.

    Mechanisches Debridement

    Mithilfe einer sterilen Kompresse erfolgt das mechanische Debridement, mit dem Ziel überschüssiges Exsudat, sowie avitale Gewebeanteile aus der Wunde zu entfernen.

    Chirurgisches Debridement

    Das chirurgische Debridement ist die schnellste und effektivste Art der Wundreinigung. Dabei werden Nekrosen und Beläge aus der Wunde entfernt. Je nach Ausmaß der Wundreinigung ist eine Kurznarkose oder Lokalanästhesie z. B. mit Emla®-Creme (mind. 30 Minuten Einwirkzeit unter Okklusion) erforderlich.

    Biochirurgisches Debridement

    Für das biochirurgische Debridement werden steril gezüchtete Fliegenmaden der Gattung Lucilia sericata verwendet. Der Speichel der Maden verfügt über proteolytische Enzyme, welche Nekrosen und Beläge verflüssigen.
  • Wundauflagen

    Wundauflagen


    • DracoFoam Infekt 10 x 10cm
    • DracoFoam Infekt
    • Schaumstoffwundauflage für infizierte Wunden
    • DracoFoam Infekt Ferse
    • DracoFoam Infekt Ferse
    • Schaumstoffwundauflage für infizierte Wunden an der Ferse
    • DracoWundgel Infekt
    • Feuchtigkeitsspendendes Wundgel
    • DracoFoam 10 x 10cm
    • DracoFoam
    • Schaumstoffwundauflage non-haft
    • DracoFoam Ferse
    • DracoFoam Ferse
    • Schaumstoffwundauflage non-haft für die Ferse
    • DracoFoam haft 7,5 x 7,5cm
    • DracoFoam haft
    • Schaumstoffwundauflage mit Haftrand
    • DracoAlgin 10 x 10cm
    • DracoAlgin
    • Alginatkompresse
    • DracoHydrogel 15g
    • DracoHydrogel
    • feuchtigkeitsspendendes Gel
    • DracoHydro ultra 10 x 10cm
    • DracoHydro ultra
    • hydrokolloide Wundauflage mit Hydrogeltechnologie
    • DracoHydro 10 x 10cm
    • DracoHydro
    • hydrokolloide Wundauflage
    • DracoHydro dünn 10 x 10cm
    • DracoHydro dünn
    • dünne Hydrokolloide Wundauflage
    • DracoTüll Silikon 10 x 10cm
    • DracoTüll Silikon
    • silikonbeschichtete Wundkontaktauflage
    • DracoFoam haft sensitiv
    • DracoFoam haft sensitiv
    • Schaumstoffwundauflage mit Silikon-Haftrand
    Draco Wundauflagen Assistent
    Für nicht-ischämische Wunden werden moderne beziehungsweise idealfeuchte oder hydroaktive Wundauflagen verwendet. Die Auswahl der geeigneten Wundauflage ist abhängig von:

    • Wundstadium
    • Wundheilungsphase
    • Klinischen Infektionszeichen
    • Exsudationsmenge
    • Zustand des Wundrandes
    • Wundumgebung

    Weitere Aspekte sind Wirtschaftlichkeit, leichte Handhabung, Patientenbedürfnisse und die Akzeptanz der Wundauflage durch den Patienten.
    Die geeignete Wundauflage kann über den WundauflagenAssistenten ermittelt werden.
  • Verbandwechsel

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