Mechanische Verletzungen

Schürfwunden

Schürfwunden entstehen, wenn die Haut an einer rauen Oberfläche entlangstreift. Häufig passieren diese Verletzungen beim Sport, z.B. durch Fahrradstürze oder beim Fußballspielen. Schürfwunden sind meist oberflächlich, reichen also nur bis in die oberste Hautschicht (Epidermis). Allerdings sind sie oft sehr schmerzhaft, da sie zum einen großflächig sein können und zum anderen die Nervenenden in der Oberhaut freilegen und somit reizen. Wundflüssigkeit tritt besonders am Anfang stark aus und nimmt dann wieder ab. Diese Wundflüssigkeit dient der Reinigung der Wunde, da Schürfwunden sehr oft stark verschmutzt sind und Steinchen, Dreck und daher auch Mikroorganismen enthalten können. Schürfwunden sollten immer gut (wenn möglich mit lauwarmem Wasser) gereinigt, mit einer antiseptischen Wundspüllösung desinfiziert  und danach mit einem Verband abgedeckt werden. Sehr stark verschmutzte Wunden müssen gegebenenfalls sogar von einem Arzt gereinigt werden. Anfangs sollte die Wunde regelmäßig auf eine Infektion hin inspiziert werden. Tritt diese nicht auf, kann der Verband auch mehrere Tage auf der Wunde verbleiben.

Schnittwunden

Schnittwunden entstehen leicht durch scharfe Gegenstände. Je nach Schnittgröße können diese sehr stark bluten. Normalerweise reicht es bei kleineren Alltagsverletzungen aus, die Wunde unter fließendem Wasser abzuspülen und dann einen Wundschnellverband anzulegen. Größere Wunden oder auch Operationswunden müssen eventuell genäht werden. Bei starken Blutungen und größeren Verletzungen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Stichwunden

Stichwunden sind oberflächlich oft klein, können aber in der Tiefe großen Schaden anrichten. Der Fremdkörper, der die Wunde verursacht hat, sollte in der Wunde belassen werden und von einem Arzt entfernt werden. Ansonsten drohen großflächige Blutungen. Da die Wunde oft sehr tief ist, muss sie regelmäßig gespült und untersucht werden, damit sich keine Infektion entwickelt. Besteht die Gefahr einer Infektion, kann eine solche Wunde auch offen gelassen werden und sekundär abheilen.

Riss- und Kratzwunden

Risswunden können tief in die Haut reichen und sind oft durch ausgefranste Wundränder gekennzeichnet. Bei Kratzwunden handelt es sich meistens um oberflächliche Verletzungen durch Tiere. In beiden Fällen ist es wichtig, die Wunde gut zu säubern und zu desinfizieren. Bei größeren oder tieferen Risswunden sollte ein Arzt aufgesucht werden, da die Wunde möglicherweise genäht oder geklammert werden muss.

Platz- und Quetschwunden

Diese Wunden entstehen, wenn ein Körperteil mit hohem Druck auf einen Gegenstand trifft. Dies kann z.B. ein eingeklemmter Finger sein oder eine Kopfwunde nach einem Sturz. Häufig bluten diese Wunden stark, besonders wenn sie im Kopfbereich vorkommen. Ein Druckverband kann die Blutung stoppen, häufig ist aber trotzdem ein Arztbesuch nötig, damit die Wunde durch Nähen, Klammern oder Kleben verschlossen werden kann. Bei Quetschwunden ist oft auch das umliegende Gewebe durch die stumpfe Gewalteinwirkung verletzt. Diese Wunden müssen sorgfältig gesäubert werden, da sich in den Wundtaschen ansonsten Entzündungen entwickeln können.

Bisswunden

Bisswunden entstehen durch Bisse von Tieren oder Menschen. Menschenbisse sind besonders infektionsgefährdet, da viele Bakterien im menschlichen Speichel vorhanden sind. Durch die stichartige Verletzung besonders von Katzen- und Hundebissen sind diese Wunden auch stark infektionsgefährdet. Die Versorgung von Bisswunden sollte durch einen Arzt erfolgen, der die Wunde reinigt und gegebenenfalls Schutzimpfungen gegen Tetanus, Tollwut oder Hepatitis C durchführt.

Blasen

Blasen können durch mechanische Reibung, z.B. an Füßen entstehen, aber auch durch Verbrennungen oder Erfrierungen. Bei Blasen lösen sich die Hautschichten voneinander ab und der entstandene Hohlraum füllt sich mit Flüssigkeit. Je nach Größe und Position können diese Blasen sehr schmerzhaft sein. Falls die Blase geöffnet wird, sollte dies möglichst steril geschehen, damit keine Bakterien in die Haut eindringen können.

Iatrogene Wunden (Operative Wunden)

Bei Operationen werden gezielt Wunden gesetzt, um z.B. ein Knie operieren zu können. Dabei handelt es sich meistens um möglichst kleine Schnittverletzungen, aber auch Punktionen.

Spalthautentnahmen

Hat ein Patient eine größere Wunde, die nur sehr langsam abheilt, kann eine Spalthauttransplantation die Abheilung beschleunigen, da die Wunde, z.B. ein Ulcus cruris venosum, mit der Spalthaut abgedeckt wird. Bei der Spalthautentnahme wird vom Oberschenkel eine dünne Hautschicht entnommen und diese durch ein spezielles Verfahren netzartig vergrößert. Die Spalthaut heilt an der neuen Hautstelle ein und an der Entnahmestelle heilt die Wunde ähnlich wie eine Schürfwunde ab.