Richtgrößen im Gesetz neu geregelt

Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz, das am 23. Juli 2015 in Kraft trat, wurde Ärzten und Krankenkassen die Möglichkeit eröffnet, die bundeseinheitlichen Vorgaben für Richtgrößenprüfungen bei Arznei- und Heilmittelverordnungen durch regionale Lösungen zu ersetzen. Diese gelten dann für sämtliche Leistungen, die ab dem 1. Januar 2017 verordnet werden. Die Vertragspartner auf Regionalebene legen die Prüfungsarten und -kriterien in Prüfvereinbarungen fest und gestalten damit die Wirtschaftlichkeitsprüfung entsprechend der regionale Gegebenheiten Ziel der meisten KVen ist es, künftig die Qualität der Verordnungen zu prüfen und nicht deren Kosten.

Die Vorgaben für Richtgrößenprüfungen waren bereits durch das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) und das Versorgungsstrukturgesetz gelockert worden. Mit Inkrafttreten des AMNOG am 1. Januar 2011 konnten die regionalen Vertragspartner die Richtgrößenprüfung durch eine Prüfung der Wirkstoffauswahl und -menge ersetzen. Außerdem mussten Ärzte, die zum ersten Mal ihre Richtgröße um mehr als 25 Prozent überschritten, in den ersten beiden Jahren nicht mit der vollen Summe haften, sondern nur mit 25 000 Euro. Mit dem Versorgungsstrukturgesetz wurde zum 1. Januar 2012 für diese Ärzte der Grundsatz „Beratung vor Regress“ eingeführt.

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