Wundheilungsphasen

Phasengerechte Wundbehandlung

Wundheilungsphasen

1. Exsudationsphase
In der Exsudationsphase unterstützt die therapeutische Wundauflage die Selbstreinigunsmechanismen der Wunde. Ziel ist es eine optimale Wundkonditionierung. Die Wundauflage dient dem Erhalt des idealfeuchten Wundmilieus bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Gasaustausches. Sie muss in der Lage sein ausreichend Wundsekret zu absorbieren und die Bildung einer feuchten Kammer zu unterbinden. Mit der Aufnahme des Sekretes werden Bakterien und Eiter von der Wunde abgeleitet und in den Strukturen des Verbandes gebunden. Durch die Aufnahmen der überschüssigen Feuchtigkeit wird einer Mazeration der Wundränder vorgebeugt.

Die Wundauflage darf nicht mit der Wunde verkleben, muss einen Infektionsschutz bieten und die Wunde vor Auskühlung durch zu starke Verdunstungskälte schützen.

Ziel ist es, die Saugfähigkeit der Wundauflage so zu wählen, dass ein Verbandswechsel nicht häufiger als ein mal täglich nötig ist. So ist eine Störung des physiologischen Wundmilieus auf ein Minimum reduziert.

Weitere Absicht bei der Auswahl der Wundauflage kann ggf. ein Auflösen von Belegen am Wundgrund (autolytischen Reinigung) sein.

2. Granulationsphase
Oberstes Ziel in der Granulationsphase ist es, die Gewebeneubildung zu fördern und das neu gebildete Gewebe zu schützen. Um einen atraumatischen Verbandswechsel sicherzustellen, darf die Wundauflage nicht mit dem Wundgrund verkleben. Oben genannte Aufgaben, wie die Erhaltung des idealfeuchten Wundmilieus, Absorption von überschüssigem Wundsekret, Schutz vor Austrocknung und eine ausreichende Wärmeisolierung müssen auch in dieser Phase berücksichtigt werden. Je geringer die Frequenz der Verbandswechsel ist, je besser heilt die Wunde ab.

3. Epithelisierungsphase
In der Epithelisierungsphase sollte die Zellteilung und die Zellwanderung im feuchten Milieu unterstützt werden. Dies wird durch einen ausreichenden Schutz vor Austrocknung erreicht. Atraumatische Verbandswechsel sind auch für das empfindliche neue Epithelgewebe obligat. Gleichzeitig muss die Wundauflage einen ausreichenden mechanischen Schutz bieten.

Je nach Wundheilungsphase tritt ein unterschiedlich aufgeprägter Exsudatüberschuss auf. Bildet die Wunde jedoch zu wenig Wundsekret und besteht die Gefahr der Austrocknung und ein Verkleben des Verbandes mit dem Wundgrund kann Feuchtigkeit von Außen beim Verbandwechsel zugeführt werden. Ebenso können je nach Anforderungen unterschiedliche Wundauflagen - primäre (direkt auf den Wundgrund aufgebrachte) und sekundäre Auflagen (zur Fixierung des Verbandsmaterials) - kombiniert werden, um die jeweiligen Ziele zur Wundkonditionierung zu erreichen.

 

Therapie der Grunderkrankung

1. Dekubitus
Patientenbroschüre Dekubitus

2. Ulcus cruris venosum
Patientenbroschüre Ulcus cruris venosum

3. Diabetisches Fußsyndrom
Leitlinien Ulcus cruris venosum