Diabetisches Fußsyndrom

Definition

Eine Typische Ulzeration am Fuß und stellt eine Spätfolge des Diabetes dar.
Ein zu spät erkannter oder insuffizient behandelter Diabetes kann Durchblutungsstörungen und/oder Polyneurophatie zur Folge haben.
Oftmals entwickelt sich aus einer kleinen Läsion eine chron. Wunde.
wunden diabet. fuss rechter vorfuss

Kennzeichen

  • Hohe Rezidivrate
  • Erhöhtes Amputationsrisiko
  • Erhöhte Infektionsgefährdung (bei oft fehlenden klassischen Infektionszeichen)
  • Verlust des Schmerzempfindens
     

Prophylaxe

  • BZ Einstellung HbA1c < 6,5% Regelmäßige Fuß- und Schuhinspektion
  • Nagel- und Fußpflege
  • Geeignete Schuhversorgung
     

Klassifikation Diabetisches Fußsyndrom nach Wagner

GRAD BESCHREIBUNG
0 kleine Läsion, ggf. Fußdeformation oder Zellulitis
I oberflächliche Ulzeration
II tiefes Ulkus bis zur Gelenkkapsel, zu sehnen oder Knochen
III tiefes Ulkus mit Abszedierung, Osteomyelitis, Infektion der Gelenkkapsel
IV begrenzte Nekrose um Vorfuß- oder Fersenbereich
V Nekrose des gesamten Fußes

 

Therapie

  • Absolute und konsequente Druckentlastung der betroffenen Fußregion
  • Einstellung des Diabetes , BZ Einstellung HbA1c < 6,5%
  • Infektionsbehandlung
     

 Lokale Wundversorgung

  • Wundreinigung
  • Debridement
  • Wundauflage
     

Wundreinigung

Am Beginn der Therapie steht die Wundreinigung. Sie befreit die Wunde von Nekrosen, Belägen, Fremdkörpern, Abfallstoffen und überschüssigem Wundexsudat. (Panfil 2009)
 
Verbandwechsel bei:

  • Infizierten Wunden mit Wund-Antiseptika reinigen
  • Nicht infizierten Wunden mit NaCl 0,9% oder Ringerlösung reinigen
  • Aseptischen Wunden von innen nach außen wischen
  • Septischen Wunden von außen nach innen wischen
     

Debridement

Das Entfernen von abgestorbenem Gewebe dient der Verbesserung der Wundbedingungen und der Infektionsprophylaxe.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Debridement durchzuführen:

  • Autolytisch
  • Chirurgisch
  • Biochirurgisch

Die Art ist abhängig vom Gewebetyp, Lokalisation, Wundtiefe und anderen Faktoren.

Das autolytische Debridement:
Verschiedene Wundauflagen z.B. Hydrogele, Alginate und hydrokolloide Wundauflagen tragen dazu bei, das avitale Gewebeanteile aufgelöst werden.

Das chirurgische Debridement:
Das chirurgische Debridement ist die schnellste und effektivste Art der Wundreinigung dabei werden Nekrosen und Belägen aus der Wunde entfernt. Je nach Ausmaß der Wundreinigung ist eine Kurznarkose oder Lokalanästesie z. B. mit Emla ® -Creme erforderlich.

Das biochirurgische Debridement:
Für das biochirurgische Debridement werden steril gezüchtete Fliegenmaden der Gattung Lucilia sericata verwendet. Der Speichel der Maden verfügt über proteolytische Enzyme welche Nekrosen und Beläge verflüssigen.

Die geeignete Wundauflage:
Für nicht-ischämische Wunden werden moderne bzw. idealfeuchte oder hydroaktive Wundauflagen verwendet. Die Auswahl des geeigneten Wundverbandes hängt ab vom Wundstadium, der Wundheilungsphase, klinischen Infektionszeichen, der Exsudationsmenge, Zustand des Wundrandes und den der Wundumgebung.
Weitere Aspekte sind Wirtschaftlichkeit, leichte Handhabung, Patientenbedürfnisse und die Akzeptanz der Wundauflage durch den Patienten.

Die geeignete Wundauflage kann über den Wundassistenten ermittelt werden.
 

Wunden

wunden diabet. fuss rechter vorfuss

Diabetisches Fußulcus rechter Vorfuß
mit endstendiger Nekrose digitus II

Wunden Diabetischer Fuß-Ulcus mit Fibrinbelag und Mazeration

Diabetischer Fußulcus
mit Fibrinbelag und Mazeration

wunden diabet. fuss 02

Diabetisches Fußulcus digitus III

wunden diabet. fuss unten

Diabetisches Fußulcus, Fußsohle

 

 

Wunden Diabetisches Fuß-Ulcus in der Granulationsphase

Diabetisches Fußulcus
in der Granulationsphase