Zeigt eine Wunde trotz kausaler und sachgerechter lokaler Behandlung innerhalb von mehreren Wochen keine eindeutigen Heilungstendenzen, gilt die Wunde als chronisch. Die Chronifizierung einer Wunde hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab.
Ursache ist meist eine primäre Erkrankung:
Hinzu kommen begünstigende Faktoren wie:
Die Therapie von Patienten mit chronischen Wunden stellt in der ärztlichen Praxis eine Herausforderung für Therapeuten und Patienten dar. Eine wesentliche Säule aktueller Therapieregime ist die feuchte Wundtherapie mit unterschiedlichen Wundauflagen. Hinter dem Begriff Hydroaktivverbände verbergen sich weit über 500 zum Teil sehr unterschiedliche sterile Wundverbände, die das Prinzip der wirkstofffreien, feuchtwarmen und überwiegend atraumatischen Wundversorgung problematischer Wunden umsetzen. Um in der Vielfalt von Produkten einen Überblick zu behalten, ist es sinnvoll, nach Bauart und Funktion verschiedene Gruppen zu unterscheiden.
Oberflächenverbände kleben entweder flächig (z.B. adhäsive, klebend), mit Hilfe eines Kleberandes (Border) oder gar nicht (nicht klebend, borderless, non adhäsive). Selbst haftende Verbände ermöglichen dem Patienten durch seine sichere Haftung eine hohe Bewegungsfreiheit. Zusätzlich erleichtern sie dem Patienten die tägliche Körperpflege, vermeiden unerwünschtes Abrollen durch den Haftrand und ermöglichen eine einfache und sichere Fixierung. Sanft-haftende Verbände sind zur Behandlung brüchiger, fragiler Umgebungshaut bestimmt. Sie haften nicht am Wundgrund, sondern nur auf der trockenen wundumgebenden Haut. Nicht-haftende Verbände sind geeignet bei stark vorgeschädigter Umgebungshaut und helfen bei Patienten mit möglichen Hautirritationen.
Es gibt häufig unterschiedliche Modelle des gleichen Verbandes, unterschieden nach der maximalen Exsudataufnahme (stark = plus, wenig = lite, thin, transparent). Darüber hinaus existieren eine Reihe von Sonderformen (z.B. Heel = für die Ferse, sacrum = Sakralverband).