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Blutkreislauf: |
Er versorgt Muskulatur und Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen und transportiert die dabei entstehenden Stoffwechselschlacken ab. |
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Arterien: |
Durch sie erfolgt der Transport des sauerstoff- und nährstoffreichen Blutes von der linken Herzkammer zu den Kapillarbereichen. |
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Kapillaren: |
Hierbei handelt es sich um feinste Haargefäße, die den Stoffausgleich ermöglichen. Bei diesem Vorgang werden Sauerstoff und Nährstoffe durch die Poren gepreßt, die Abbaustoffe werden durch die Kapillaren wieder aufgesaugt und in die Venen weitergeleitet. |
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Venen: |
Sie transportieren das schlackenhaltige Blut zur rechten Herzkammer, von dort gelangt es in den Lungenkreislauf, wo es das aus dem Stoffwechsel anfallende CO2 abgibt, sich mit frischem Sauerstoff anreichert und über die linke Herzkammer wieder dem Kreislauf zugeführt wird. Außerdem regulieren die Venen die kreisende Blutmenge entsprechend den jeweiligen körperlichen Belastungen. Daher befinden sich 85 % der gesamten Blutmenge in den Venen. Elastizität und Dehnbarkeit der Venen sind somit Voraussetzung für Ihre Gesundheit. |
Der Rücktransport des Blutes aus den Beinen muß durch die aufrechte Körperhaltung hingegen der Schwerkraft erfolgen. Die wichtigste Transporthilfe ist dabei die Muskelvenenpumpe: Beim Anspannen der Wadenmuskulatur werden die Venen zusammengepreßt und das Blut nach oben gedrückt.Venenklappen wirken wie Schleusentore und sorgen dafür, daß das Blut nur herzwärts fließt. Bei Muskelentspannung weiten sich die Venen, der Druck in den entleerten Gefäßabschnitten sinkt und das Blut wird angesaugt.
Beim Erschlaffen der Muskulatur vergrößert sich das Volumen der Venen wieder. Es entsteht ein Unterdruck, der ein Ansaugen des venösen Blutes aus dem unteren Teil der Extremitäten bewirkt. Die Venenklappen verhindern, daß das zum Herzen geförderte Blut wieder zurückgesaugt werden kann. Die Faszie sorgt dafür, daß der bei der Kontraktion des Muskels aufgebaute Druck überwiegend nach innen auf die Venen wirkt. Durch die Anordnung der Venenklappen wird eine Blutstromumkehr bei starken Druckverhältnissen im venösen System (z.B. Husten, Bauchpressen, Gehen) verhindert. Ca. 85 % des Blutvolumens befinden sich im sogenannten Niederdrucksystem der Venen. Ca. 60 % des Gesamtblutvolumens sind in den Venen außerhalb des Brustkorbes enthalten. Dieses Reservevolumen dient der Steuerung bei körperlicher Arbeit oder schnellen Lageveränderungen.
Die elastische Anpassungsfähigkeit der Venen:
Hochgerechnet auf Deutschland bedeutet das: 6,8 Millionen Bundesbürger. Jede zweite Frau und jeder vierte Mann geben an, Krampfadern zu haben. 76 % der Frauen, 57 % der Männer: venös bedingte Beinbeschwerden.
Wenn die Venen oder Venenklappen ihre elastische Anpassungsfähigkeit an unterschiedlich große Blutmengen verlieren (z.B. dauerhaft erweiterte Venen, so daß sich die Venenklappen nicht mehr schließen), wird der Rücktransport des Blutes wesentlich gestört und es kommt zu einem erheblichen Blutstau in den Venen. Im Körpergewebe sammeln sich nicht abtransportierte Flüssigkeiten bzw. Stoffwechselschlacken. Dies führt zuerst zu schweren, angeschwollenen Beinen, später dann zu Hautveränderungen. Falls keine rechtzeitige Behandlung erfolgt, können die Folgen sogar Ekzeme und Unterschenkelgeschwüre sein.
Ursachen:
Erkrankungen der oberflächlichen (Krampfadern oder Varizen) und tiefen Venen:
Wenn nur oberflächliche Venen betroffen sind, können die gesunden tieferliegenden Venen den "Transportausfall" ausgleichen. Falls aber auch die tiefen Venen über die Verbindungsvenen betroffen sind, so kann es zur Geschwürbildung kommen. Eine Erkrankung der tiefen Venen kann auch durch eine vorausgegangene Beinvenenthrombose (Blutgerinnsel) verursacht worden sein. Während des Heilungsprozesses entstehen narbige Veränderungen, die den Blutrückfluß beeinträchtigen.
Folgen: Blutrückstau, Verschlußunfähigkeit der Venenklappen. Dies kann zur Versumpfung des Gewebes und zum Beingeschwür führen. Bei Venenleiden können die Folgeschäden, nicht aber die Ursachen der Erkrankung beeinflußt werden (eine Verödung/Operation der Krampfadern ändert nichts an dem Elastizitätsverlust der Venenwände).
Behandlungsziel:
Ziel der Behandlung ist es, akute Auswirkungen (Stauungen, Geschwüre, Schwellungen/Ödeme...) zu beseitigen, um den Krankheitsfortschritt zu verhindern. Dabei sorgen Kompressionsverbände für die sachgerechte Kompression des Beines. Eine anschließende dauerhafte Therapie ist nur durch einen individuell angepaßten Kompressionsstrumpf möglich. Unterstützt wird die Therapie durch eventuell verordnete Medikamente und durch zusätzliche Bewegung.
Basler Studie:
Tübinger Studie - 1981, erstellt von Herbert Fischer.
Chronische venöse Insuffizenz ist ein andauernder Zustand der Schwäche und Minderleistung des Venensystems.
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Oberflächliche (extrafasziale) Venen |
Sie liegen außerhalb der die Muskeln umgebenden Faszie, eines zähelastischen Bindegewebsmantel Sie liegen innerhalb der Muskelfaszie. |
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Große Leitvenen: |
Transportvenen |
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Ausgedehnte Venengeflechte: |
Sie sind in Haut und Muskulatur der Beine lokalisiert und können große Blutmengen aufnehmen. . |
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Venae communicantes: |
Sie verbinden die oberflächlichen mit den tiefen Venen. |
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Venae perforantes: |
Perforansvenen, sie "perforieren die Faszie" |
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Cockett-Venen: |
Sie befinden sich im Fesselbereich |
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Bodysche Venen: |
Sie befinden sich im Unterschenkelbereich |
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Doddsche Venen: |
Sie befinden sich im Oberschenkelbereich |
Hauptaufgaben und Funktion des Beinvenensystems:
Hauptaufgabe des Beinvenensystems sind der venöse Rückstrom und die Volumenregulatoren, d.h. die Speicherung und Entspeicherung des Blutes. Die Venen dienen primär der Drainage des Gewebes und der Rückleitung des verbrauchten Blutes zum Herzen. Außerdem leisten sie einen Beitrag zur Wärmeregulierung. Wie kann der Blutrückfluß trotz des Höhenunterschiedes von einem Meter funktionieren? Zum einen liegt der rechte Vorhof des Herzens tiefer als die linke Herzkammer. Zum anderen übt der Brustkorb eine gewisse Saugwirkung beim Atmen aus. Darüber hinaus sorgt die Fußsohlenpumpe beim Gehen für eine Vasokonstriktion der Venen in den Fußsohlen. Die Muskelpumpe (auch Sprung- oder Kniegelenkpumpe) unterstützt ebenfalls den Blutrückfluß. Die Venenklappen (sackartige Ausstülpungen der Veneninnenwände) lassen Blutstrom nur in eine Richtung zu. Sie wirken quasi wie ein Rückschlagventil.
Die eigentliche Funktion des Blutkreislaufes ist der Austausch von Flüssigkeit, Nährstoffen und Stoffwechselschlacken und vollzieht sich im Kapillarnetz (Endstrombahn) durch drei Mechanismen: Diffusion, Ultrafiltration, Filtration. Bei chronisch-venöser Drucksteigerung fließt mehr Flüssigkeit aus dem Kapillarnetz als von dort aufgenommen werden kann. Die Folge ist ein Ödem. Das Krankheitsbild der Thrombose ist gekennzeichnet durch eine Überdehnung der tiefen Beinvenen und der Verbindungsvenen zwischen oberflächlichen und tiefen Beinvenen.
Unterbrechung des venösen Rückstroms - Krampfadern und Thrombosen:
Eine Unterbrechung des venösen Rückstroms kann auftreten, wenn das Venenklappensystem defekt ist oder ein Hindernis in der Strombahn liegt (Thrombose). Ein defektes Venenklappensystem führt dazu, daß beim Nachlassen des Druckes auf die Gefäße und nach dem Entspannen des Muskels das Blut wieder zurückfließt. Es lastet daher eine viel größere Blutsäule auf den Gefäßen in den unteren Extremitäten. Wenn über längere Zeit ein erhöhter hydrostatischer Druck im Venensystem herrscht, so führt dies zu einer Überdehnung der kollagenen Fasern und glatten Muskulatur. Das Ergebnis sind Krampfadern.
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Primäre Varizen: |
Anlagebedingte Krampfadern |
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Sekundäre Varizen: |
Erworbene Krampfadern durch Stehen im Beruf, Schwangerschaft, falsche Kleidung. |
In beiden Fällen droht die chronische Veneninsuffizienz.
Wesentliche Faktoren bei der Entstehung einer Thrombose:
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Gefäßwand- |
An der Stelle der Gefäßwandschädigung (durch Verletzung und Entzündung) kommt es zum Haften von Thrombozyten und zur Bildung eines weißen Plättchenthrombus. Die Folgen sind verlangsamte Blutzirkulation und Störung der Blutbeschaffenheit. |
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Thrombophlebitis: |
Von Thrombophlebitis spricht man, wenn es zur Entzündung aller Venenwandschichten (insb. der oberflächlichen Hautvenen an den Unterschenkeln kommt). In der Regel folgen keine akuten oder chronischen Komplikationen. |
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Phlebothrombose: |
Der Strömungsweg in einer tiefen Beinvene ist evtl. bis zum Stillstand verlegt. Akute Komplikation: Von Thrombophlebitis spricht man, wenn es zur Entzündung aller Venenwandschichten (insb. der oberflächlichen Hautvenen an den Unterschenkeln kommt). In der Regel folgen keine akuten oder chronischen Komplikationen.Lungenembolie, sie kann tödlich verlaufen. |
Je höher der Verschluß ist, desto größer ist das Ausmaß der zu erwartenden venösen Insuffizienz. Ein Verschluß einer tiefen Transportvene kann durch die Umleitung des Blutstromes über die anderen Leitvenen kompensiert werden. Es kommt dabei jedoch zu einer Varizenbildung, wenn als Abflußmöglichkeit nur noch das extrafasziale System zur Verfügung steht. Das sich daraus ableitende Krankheitsbild ist die Varikosis, das Ödem, die Stauungsdermatose und das Ulcus cruris venosum. Die chronische Veneninsuffizienz ist eine Folge des gestörten venösen Rückstromes und eines Ungleichgewichtes der Druckverhältnisse zwischen Gewebe und Blut. Weitere Folgen sind eine Verringerung der Strömungsgeschwindigkeit in den Kapillaren und eine entsprechend verlangsamte Beseitigung der Stoffwechselschlacken. Dadurch erstickt das Gewebe an den eigenen Abfallprodukten des Stoffwechsels, was wiederum zu Veränderungen an Haut und Unterhaut bis hin zur Ulcus cruris führen kann.
Therapeutische Maßnahmen:
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Chirurgische Therapie: |
Stripping, Verödung (Sklerorisierung). |
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Medikamentöse Therapie: |
In der roten Liste werden ca. 150 oral anwendbare Venenmittel aufgeführt. |
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Diuretika: |
Durch Eindickung des Blutes sollen die Druckverhältnisse im venösen System so verändert werden, daß der Einstrom von Flüssigkeit aus dem Gewebe möglich wird. |
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Kompressions- |
Medikamente können die Kompressionstherapie nicht ersetzen. Bei Thrombophlebitis und Phlebothrombose ist der Kompressionsverband die wichtigste flankierende Maßnahme. |
Wirkungen einer fachgerecht durchgeführten Kompressionstherapie:
- Der venöse Rückstrom wird verbessert
- Die Muskel-Venen-Pumpe wird wieder effektiv
- Die Venenklappen können wieder schließen
- Das Druckverhältnis zwischen Gefäß und Gewebe wird positiv beeinflußt
Dies geschieht dadurch, daß die Kompressionstherapie das extrafasziale Venensystem einengt und das Blut schneller fließt. Auch die Umkehr des Blutstroms in den Perforansvenen wird aufgehoben. Haut und Gewebe werden entlastet und drainiert. Ödeme werden beseitigt.
Für den Patienten wichtig: möglichst nicht sitzen und stehen, dafür mehr liegen und laufen.
